Mehr Straftaten: leichter Kriminalitätsanstieg im Süden Sachsen-Anhalts

11. März 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Im Süden Sachsen-Anhalts gab es im vergangenen Jahr einen leichten Anstiegen bei den erfassen Straftaten. Die Aufklärungsquote blieb konstant. Vor allem bei Rohheitsdelikten sowie Drogenvergehen und Wirtschaftskriminalität gab es eine Zunahme.

Anzahl der Fälle, Aufklärung, Tatverdächtige

Im Jahr 2012 wurden insgesamt 59.731 Fälle in der Polizeilichen Kriminalstatistik registriert. Das ist ein leichter Anstieg um 1,1 % (+652 Fälle) gegenüber dem Vorjahr.

58,1 % der Straftaten (34.691) wurden aufgeklärt. Gegenüber dem Jahr 2011 (58%) ist sie konstant geblieben.

23.189 Tatverdächtige wurden ermittelt, dies sind 310 Personen mehr als im Jahr 2011.

Positiv ist, dass der Anteil der Jungtatverdächtigen gesunken ist. Er liegt im Jahr 2012 bei 19,2 % gegenüber dem Jahr 2011 mit 20,2 % und dem Jahr 2010 mit 21,8%.

Anteile ausgewählter Delikte an der Gesamtkriminalität, Aufklärung

Diebstahlsdelikte haben mit 37,69% erneut den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität. Dennoch ist im Jahr 2012 ein Rückgang um 701 Fälle auf 22.513 Straftaten zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote liegt bei 32,82%.

So wurden weniger Diebstähle in/aus Büros und Lagerräumen, Gaststätten und Hotels sowie aus Verkaufsräumen, Warenhäusern und Kiosken verzeichnet.

Erheblich zurück ging auch der Diebstahl von Kraftfahrzeugen. Waren es im Jahr 2011 noch 435 Fälle, sind es 2012 nur noch 312 Fälle (-28,3%), 76 Tatverdächtige wurden ermittelt. Auch der Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen ist 2012 rückläufig (-8,1%).

Zugenommen haben die Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl (+6,76%) und der Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln.

Im letzten Jahr wurden im südlichen Sachsen-Anhalt über 30 Einbruchsdiebstähle in Supermärkte verübt. Zur Klärung dieser Straftaten richtete die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd eine Ermittlungsgruppe ein. Im Zuge der dort geführten Ermittlungen konnten fünf Tatverdächtige ermittelt werden. Zwei der Tatverdächtigen sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft.

Sonstige Straftatbestände (z.B. Sachbeschädigungen, Hausfriedensbruch, Brandstiftung) haben einen Anteil von 24,42 % (14.586 Fälle), dies bedeutet eine Zunahme von +4,2% bei einer Aufklärungsquote von 56,3 %.

Wegen Brandserie in Heide-Nord, Halle-Neustadt und Lettin wurde im Herbst letzten Jahres eine Ermittlungsgruppe „Feuer“ gebildet. Die Brände richteten zum Teil hohen Sachschaden an (mehrere Wertstoffcontainer, eine Lagerhalle ein maschinelle Papierpresse) und beunruhigten die Bewohner der betroffenen Stadtteile. Auf Grund von Zeugenhinweisen und Auswertung von Videomaterial konnten die Tatverdächtigen, drei Frauen und eine Jugendliche, ermittelt werden.

Brennende Kinderwagen in zwei Hochhäusern der Muldestraße (Halle-Neustadt) sorgten im November 2012 ebenfalls für Aufregung. Mieter mussten in einem Fall evakuiert und teilweise wegen Verdachtes auf Rauchgasvergiftung behandelt werden. Insgesamt 10 Kinderwagen wurden Opfer der Flammen. Intensive Ermittlungen, Zeugenbefragungen und Spurenauswertung führten zu der 36-jährigen Tatverdächtigen. Sie wurde in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Vermögens- und Fälschungsdelikte sind im Verhältnis zum Vorjahr fast konstant geblieben (+0,9%) und haben einen Anteil von 16,05 % (9.589 Fälle) an der Gesamtkriminalität. Aufgeklärt wurden 77,9 % dieser Straftaten. Ein Anstieg ist bei Waren- und Warenkreditbetrug zu verzeichnen, hierzu gehört auch der Tankbetrug mit einem Plus von 16,7 %.

Rohheitsdelikte beinhalten beispielsweise Straftaten wie Körperverletzung, Bedrohung oder Raub und räuberische Erpressung. Der Anteil der Rohheitsdelikte an der Gesamtkriminalität liegt bei 15,44 %.2012 wurden 9.220 Fälle registriert, dies bedeutet einen Anstieg um 4,35 % bzw. 384 Fälle zum Vorjahr. In diesem Bereich liegt eine hohe Aufklärungsquote von 88,3 % vor.

Bei Fällen der gefährlichen und schweren Körperverletzung auf Straßen und Plätzen liegt ein Rückgang um -4,8% und bei Handtaschenraub ein gleichbleibendes Niveau (49 Fälle im Jahr 2011 sowie 2012) vor.

Knapp 30 % der Roheitsdelikte wurden unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol begangen. Im Jahr 2011 waren es 28,5 %.

Im Bereich der Gewaltkriminalität wurden insgesamt 2091 Fälle erfasst. Dies sind 20 Fälle (+1,0%) mehr als im Vorjahr, die Aufklärungsquote beträgt 76,6 %.

In diesem Jahr lag der Anteil an der Gesamtkriminalität der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bei 0,78%. Eine Aufklärungsquote von 80,4% liegt vor.

Straftaten gegen das Leben haben einen Anteil von 0,05% an der Gesamtkriminalität. Ein Rückgang um fünf Fälle auf 29 Fälle im Jahr 2012 ist zu verzeichnen, 96,6% davon wurden aufgeklärt.

Der Fund einer Babyleiche im Bad Dürrenberger Ortsteil Tollwitz im März 2012 konnte durch die Kriminalbeamten des Fachkommissariates 2 der Zentralen Kriminalitätsbekämpfung schnell geklärt werden. Die Leiche war in einer Plastiktüte, in diverse Kleidungsstücke eingewickelt, abgelegt worden. Eine Öffentlichkeitsfahndung mit den markanten Kleidungsstücken brachte den entscheidenden Hinweis auf die Tatverdächtige. Die 21-Jährige wurde mittlerweile zu einer Freiheitsstraße von vier Jahren wegen Totschlags verurteilt.

Im Mai letzten Jahres kam es im Stadtgebiet von Halle (Saale) zu einem versuchten Totschlag. Mit einer Schusswaffe verletzte ein 39jähriger Hallenser einen 26jährigen schwer. Der Beschuldigte flüchtete vom Tatort, konnte jedoch im Zuge umfassender Ermittlungen bekannt gemacht werden. Mittlerweile hat ihn das Landgericht Halle zu 8 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt, es wurde Revision gegen das Urteil eingelegt. Die beiden Beteiligten gehörten nach hiesigen Informationen verschiedenen Motorradclubs an.

Die Rauschgiftkriminalität einschließlich Beschaffungskriminalität ist um 2,6% angestiegen auf 2.325 Fälle. 95,1% ist hier die Aufklärungsquote. Der Anteil an der Gesamtkriminalität liegt bei 3,89%.

Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit dem Zollfahndungsamt Dresden führte die hiesige Kriminalpolizei Ermittlungen gegen eine afrikanische Gruppierung die im Verdacht steht, illegal Betäubungsmittel in nicht geringen Mengen einzuführen. Im Zuge dieser Ermittlungen wurden 7600 Gramm Kokain, 1800 Gramm Heroin sowie 6000 Gramm Marihuana sichergestellt. Bis Dezember 2012 erließ das Amtgericht Halle 19 Haftbefehle gegen diese Personen. Bis auf zwei Haftbefehle wurden alle vollstreckt.

Einen Anstieg um 25,77% auf 488 Fälle wird bei der Wirtschaftskriminalität verzeichnet. Dies ist ein Anteil von 0,82% an der Gesamtkriminalität.

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