Hallescher Zoo führt Löwen zusammen

26. Februar 2017 | Vermischtes | 1 Kommentar

Nachdem im letzten Jahr Löwe Bono aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert wurde und Löwin Baari den Zoo verlassen musste, da sie sich mit ihrer Schwester Nyla nicht verstand, wurde im Dezember 2016 der fast vierjährige Löwe Akinda aus Athen aufgenommen. Um sich aneinander zu gewöhnen, wurden die beiden Tiere während der letzten zwei Monate getrennt, aber auf „Schnuppernähe“ gehalten. Am vergangenen Mittwoch begegneten sie sich dann erstmals ohne schützende Gitter auf der Freianlage.

Recht schnell zeigte die zehnjährige Löwendame, dass sie es mit der Nähe zum Jüngling Akinda nicht ganz so eilig hatte. Was dann folgte war für Zoodirektor, Dr. Dennis Müller, ein Paradebeispiel für männliches Dominanzverhalten bei Löwen. Akinda durchschritt, Nyla immer im Blick, die Außenanlage und rieb sich an Büschen und Bäumen, um sein Revier zu markieren. Da Nyla dies ohne erneutes Fauchen oder gar einen möglichen Angriff duldete, schien Akinda‘s Plan aufzugehen. Das etwa anderthalbstündige Schauspiel und sein friedlicher Ausgang ließen den Zoodirektor und sein Team aufatmen.

Um den beiden Löwen weiterhin Ruhe beim fortdauernden Annäherungsprozess zu gönnen, wurde der Bereich um die Löwenanlage bis zur nachmittäglichen Fütterungszeit für die Besucher gesperrt, zu der die beiden dann wieder getrennt wurden. Auch in den kommenden Tagen wird die Fütterung getrennt erfolgen, da das Fressgebaren die letzte Stufe in der Rangfolgefestlegung ist und man die bisher gut verlaufende Zusammenführung nicht unnötig gefährden will. Grundsätzlich frisst bei Löwen der männliche Rudelführer immer als Erster, während die weiblichen Tiere, obwohl die Jagd grundsätzlich ihnen obliegt, immer erst danach an die Beute dürfen. Auch wenn es sich in diesem Fall nur um zwei Tiere handelt, ist diese Fressordnung eine Art ungeschriebenes Gesetz. Wenn dieser Zustand dann auch bei den beiden Löwen in Halle erreicht ist, können die Besucher beide Tiere auch ganztägig, einschließlich der beliebten öffentlichen Fütterung, gemeinsam erleben. Aber bereits jetzt verbringen Akinda und Nyla den größten Teil des Tages gemeinsam.

Nachwuchs wird es von den beiden aber nicht geben, da beide dieselbe Großmutter haben (welche ebenfalls aus Halle stammte). Wissenschaftlich geführte Zoos wie der Bergzoo Halle lehnen Inzucht aus  Arterhaltungsgründen grundsätzlich ab. So erhielt Nyla bereits im Vorfeld ein Hormonimplantat, welches verhindert, dass sie von Akinda trächtig wird. Denn trotz des Altersunterschiedes zwischen der fast zehnjährigen Nyla und dem sechs Jahre jüngeren Akinda sind sich die Zooexperten einig, dass dieser versuchen wird, die Löwin zu decken.

 

Ace

Fotos: Steffen Schellhorn

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