Drei Projekte aus Halle beim ” freistil – Jugendengagementwettbewerb” ausgezeichnet

8. Mai 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

Das Fahrradkino, Medinetz und die Jugendtheater-Aktionsgruppe “Das größere Übel“ gehören zu den drei halleschen Preisträgern des 12. freistil – Jugendengagementwettbewerbs. Die Preise wurden am Freitagabend im Stadthaus Halle verliehen.

Insgesamt wurden 9 Jurypreise und ein Publikumspreis an Projekte junger Menschen aus Sachsen-Anhalt vergeben. Die jungen Projektemacher konnten sich neben Preisgeldern im Gesamtwert von 5.800 Euro auch über Angebote von Coachings, Beratungen und Weiterbildungen für ihre Projekte freuen. Alle Bewerber wurden zudem eingeladen, an einer Fahrt nach Berlin inklusive Bundestagsbesuch und Kulturprogramm teilzunehmen. 56 Bewerbungen gab es.

Arbeits- und Sozialminister Norbert Bischoff äußerte sich begeistert über das vielfältige Engagement junger Menschen in Sachsen-Anhalt. Bischoff, der auch Schirmherr des Wettbewerbs „freistil“ ist, sagte: „Es stimmt zuversichtlich zu erleben, in welch vielfältiger Weise sich junge Menschen engagieren und damit gesellschaftlich einbringen und einmischen. Dieses Engagement stärkt unsere Gesellschaft und macht sie wehrhaft gegen Dumpfheit und Stillstand. Mit ihrem Engagement dokumentieren Jugendliche, dass sie sehr wohl Interesse und auch Freude daran haben, zu gestalten und auch Verantwortung für sich und auch andere übernehmen wollen. Werte wie Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit, Solidarität sind keine leeren Worthülsen.“ Der Minister dankte den Initiatoren und Veranstaltern des Engagement-Wettbewerbes „freistil“. Er sagte: „Mit dem Wettbewerb wird Engagement gewürdigt. Vor allem aber wird es öffentlich bekannter gemacht. Das ist gut so.“

Der mittlerweile 12. Jugendengagementwettbewerb wurde anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamtes am 5. Dezember 2014 mit einer Projektwerkstatt eröffnet. Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren hatten bis Ende März die Gelegenheit sich mit ihrem Projekt zu bewerben. Dabei standen die Kategorien Bildung, Soziales, Sport, Kultur, Umwelt, Gesellschaft und Politik sowie Schulprojekte zur Auswahl. So gingen insgesamt 56 Bewerbungen ein, aus denen eine Jury Ende April die neun Preisträger*innen auswählte. Dabei ging es neben den rein formalen Kriterien auch um Aspekte wie Partizipation, Nachhaltigkeit und Wirkung für andere Jugendliche. Den Publikumspreis wählten Internetnutzer*innen über die Projekthomepage aus. Bis zum 7. Mai wurden etwa 8000 Stimmen abgegeben.

Fahrradkino
Institution: CultureConAction e.V.
Ein Kinoerlebnis mit selbstgemachtem „Ökostrom“ – so beschreiben die Organisator*innen des Fahrradkinos ihre Idee: Sie verbinden soziale und politische Themen mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit und machen diese im wahrsten Sinne des Wortes „er-fahr-bar“. Die Kinogäste erzeugen durch das Fahrradfahren den Strom, welcher die Kinoanlage betreibt. Gezeigt werden gesellschaftskritische Filme oder Dokumentationen, welche oft mit einem Rahmenprogramm (Vorträge, Informationsstände, Workshops, etc.) verbunden werden. Durch diese Methoden, regen die Initiator*innen zum Nachdenken und Hinterfragen verschiedener Sachverhalte an. Spaß und eine schöne gemeinsame Zeit entstehen ganz durch die angenehme Kinoatmosphäre mit Popcornduft, netten und diskussionsfreudigen Menschen sowie die guten Gespräche zwischen Engagierten und (noch)-nicht-Engagierten. Das Projekt existiert bereits seit 2010. Andere Vereine und Initiativen können die Fahrradkinoanlage ausleihen und ebenfalls nutzen.

Jugendtheater-Aktionsgruppe “Das größere Übel“
Seit Februar 2015 macht eine Jugendgruppe in Halle auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam. Mit provokativen Aktionen im öffentlichen Raum erreichten und konfrontierten sie beispielsweise Passant*innen auf dem Marktplatz – der lokale Sender TV Halle berichtete darüber. Ansatz ist es, abstrakte Politik, z.B. zum Thema Asyl und Migration, durch paradoxe und interaktive Installationen erlebbar zu machen und zu zeigen, wie unmenschlich und ignorant das menschliche Miteinander zuweilen ist. Die Idee entstand im Rahmen eines Theaterworkshops. Das Ziel sind Auseinandersetzungen. Ein Miteinander zu erreichen, anstatt übereinander zu reden. Kontaktaufnahme gegen Anonymität. Im Aufbau befinden sich derzeit eine Homepage und eine Facebookseite. Weitere Aktionen sind ebenfalls in Planung.

Medinetz Halle/Saale e.V.
Institution: Medinetz Halle/Saale e.V.
Medinetz Halle vermittelt medizinische Hilfe für Migrant*innen. Ziel der jungen Studierenden ist es, eine medizinische Versorgung für diejenigen in Deutschland lebenden Personen sicherzustellen, denen der Zugang zum Gesundheitssystem nicht selbstverständlich zusteht. Dabei handelt es sich um Illegalisierte und Geflüchtete, Asylbewerber*innen oder nicht versicherte EU-Bürger*innen. Dazu werden nach Kontakt mit dem jeweiligen Patienten Arzttermine vermittelt, wobei die Fachärzt*innen im Voraus eine anonyme und kostenlose Behandlung zugesichert hat. Es geht darum, das ehrenamtliche Engagement von Ärzt*innen zu vernetzen sowie um die Verbesserung der medizinischen Versorgung unabhängig vom Aufenthalts- und Krankenversicherungsstatus der Menschen.

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