Besucher aus der Leopoldina-Gründerstadt: Schweinfurter Delegation in Halle

15. November 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

1652 wurde die Leopoldina in Schweinfurt gegründet. Seit 1878 hat sie ihren dauerhaften Sitz in Halle, doch die Verbindungen nach Bayern sind weiterhin da.
Schweinfurth

Am Samstag schaute eine Delegation von Stadträten vorbei, „erstmals überhaupt“, wie der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) sagte. Remelé selbst war schon mehrfach in Halle, so zu Beiratssitzungen der Leopoldina. In einem kurzen Grußwort merkte er die Entwicklung von Halle in den vergangenen Jahren an, die ihm bei seinen Besuchen aufgefallen ist. Kleine Gastgeschenke gab es auch, darunter ein Bildband sowie eine DVD mit einem Imagefilm von Schweinfurt. „Der ist allerdings 17 Minuten lang“, merkte er mit Blick auf den neuen peppigen Imagefilm von Halle an. „Wir werden uns auch Gedanken über eine gestraffte Variante machen.“

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Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand überreichte vier Krimis der Zorn-Reihe des halleschen Autors Stephan Ludwig. Vom Stadtratsvorsitzenden Hendrik Lange (Die Linke) gab es eine Gedenkmünze „50 jahre Halle-Neustadt“. Zudem informierte Wiegand über die Flut und ihre Folgen. Für Interesse sorgten die Ausführungen zum neuen Planetarium und zur neuen Eishalle. Die Schweinfurter Stadträte fragten nach, wie Halle die Finanzierung mit Flutmitteln gelingt. Dies sei möglich, weil man die Standorte der Einrichtungen an flutsichere Standorte verlege. Auch auf den Haushalt ging Wiegand kurz ein. Der sei in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen. Doch nun laufen die zähen Haushaltsberatungen, drei Monate dauern sie. „Bei uns zwei Tage“, meinte sein Schweinfurter Amtskollege Remelé. Dabei weist der Etat der Bayern ein Minus von 19,2 Millionen Euro aus. Viel Geld für eine Stadt von 52.000 Einwohnern. Und die Einwohnerzahl sinkt weiter, ganz im Gegensatz zu Halle. Wiegand konnte hier vermelden, dass in Halle die Einwohnerzahl entgegen der Prognosen aus den 90ern leicht steigt. Schwerpunkte lege man in Halle auf Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, so Wiegand. Im Gegensatz zum Schweinfurter Etat weißt der von Halle nur knapp 11 Prozent Anteil an Personal- und Verwaltungskosten aus. „Der liegt bei uns viel höher“, meinte Remelé. Neidisch dürfte Halle auf die Gewerbesteuereinnahmen von Schweinfurt blicken. Die liegen bei 73 Millionen Euro und damit fast doppelt so hoch wie die von Halle.

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Große Aufgaben kommen auf Schweinfurt zu, wie der Oberbürgermeister sagte. So wurde im September die amerikanische Kaserne geschlossen, die Stadt bekommt nun ein 100 Hektar großes Areal, das es zu entwickeln gilt. Hier kann Schweinfurt durchaus von Halle lernen, hat die Saalestadt doch auch die ehemalige Sowjetkaserne zu einem Wohn- und Wissenschaftsstandort entwickelt. Und auch auf dem Areal der geschlossenen Bundeswehrkaserne in Halle-Lettin entsteht derzeit ein Wohngebiet.

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