Bambus, Schnecken, Bronze: alte chinesische Münzen für die Moritzburg

15. Mai 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Die ältesten Exemplare bestehen aus Kaurischnecken und sind um die 2.300 Jahre alt: Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) darf sich über eine umfangreiche Sammlung chinesischer Münzen und Geldzeichen freuen. Diese wurden dem 1950 begründeten Landesmünzkabinett Sachsen-Anhalt am Donnerstag geschenkt.
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Die Sammlung des Diplomaten Prof. Dr. Joachim Krüger, der 2012 verstarb, enthält 2.337 einzelne Objekte. Diese Schenkung ist der umfänglichste Neuerwerb der letzten Jahrzehnte und gibt dem Profil des Kabinetts einen neuen Akzent. Damit vervielfacht sich die Zahl chinesischer Münzen in Halle. Waren es bisher etwa 350, vor allem aus dem Nachlass des halleschen Forschungsreisenden Emil Riebeck (1859–1889), verfügt das Kunstmuseum in Halle nun mit mehr als 2.600 Objekten über die größte Kollektion chinesischen Geldes in Ostdeutschland. Nach den Sammlungen „Köhler-Osbahr“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum der Stadt Duisburg und „Schlösser“ im Kestner-Museum Hannover handelt es sich über den umfangreichsten Bestand zur chinesischen Münzgeschichte in ganz Deutschland. Darin eingeschlossen sind Einzelstücke, die von großer Seltenheit und internationaler Relevanz für die numismatische Forschung sind.

Zur Sammlung gehören nicht nur die uns bekannten und allgegenwärtigen runden Münzen, sondern auch Barren sowie Spaten- und Messermünzen. Ein Großteil der alten Zahlungsmittel besteht aus Bronze, teilweise auch aus Eisen. Doch auch Zahlungsmittel aus Bambus, eine Art Übergangs- und Notgeld.

Münze11Die Kollektion ermöglicht laut Moritzburg einen hervorragenden entwicklungsgeschichtlichen Überblick über die chinesische Münzgeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart. Professor Krügers intensive Auseinandersetzung mit der chinesischen Geldgeschichte zeigt sich darüber hinaus in über 30 fachwissenschaftlichen Publikationen. Er gilt als einer der wenigen Experten in Deutschland auf diesem Gebiet. Der Nachruf der Freien Universität Berlin würdigt ihn als Wissenschaftler und als politischen Intellektuellen und Akteur, der die Analyse und Gestaltung der deutsch-chinesischen Beziehungen im internationalen Kontext als zentrale berufliche Herausforderung gesehen hat.

Eine erste Auswahl-Präsentation ist von heute an im Erdgeschoss des Talamts des Kunstmuseums Moritzburg zu sehen. Am Sonntag, dem 18. Mai 2014, dem Internationalen Museumstag, wird um 10 Uhr mit einem Vortrag und einer kleinen Führung die Sammlung vorgestellt. Die Ausstellung ist an diesem Tag durch den Eingang Talamt kostenfrei zugänglich, das gesamte Museum kann am 18. Mai 2014 zu einem ermäßigten Preis von 5 Euro besichtigt werden.

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