Auch Bürgerverein Stadtgestaltung für Saale-Ausbau

24. August 2015 | Vermischtes | 3 Kommentare

Hauptthemen des Bürgervereins Stadtgestaltung Halle sind derzeit der Kampf gegen den Abriss der Hochstraße und der Erhalt der Hochhaus-Scheiben in Halle-Neustadt. Doch auch für den Ausbau der Saale macht sich der Verein stark, so jetzt auf der öffentlichen Mitgliederversammlung der CDU in Halle. Mit deutlichen Worten wandte sich der Verein an den anwesenden Landesverkehrsminister und CDU-Landesvorsitzenden Thomas Webel.

In einem Brief mahnte der Verein unter Vorsitz von Heinz-Günther Ploß die Brisanz der „Angelegenheit Saale“ an und forderte, die Entscheidung, ob die Saale in den neuen Bundesverkehrswegeplan eingeordnet wird oder nicht, nicht dem Zufall zu überlassen. Webel müsse sich persönlich für eine Nutzung der Saale als Bundeswasserstraße einsetzen, hieß es. Für die vom Bürgerverein eingangs gestellte Frage „Warum muss sich der Verkehr auf den Straßen um Halle stauen?“ gebe es eine klare Antwort: Weil man brachliegende Potenziale der Wasserwege aktuell kaum nutzt. Die Saale sei außerdem ein Mekka für Wassertouristen, für die längst nicht alle Möglichkeiten erschlossen seien.

Damit schloss sich der Verein den Forderungen des Saale-Bündnisses an. Dessen Mitglieder kämpfen seit mehreren Jahren für eine vollumfängliche Unterhaltung des Flusses und den Bau des Saale-Seitenkanals bei Tornitz. Schirmherr des Bündnisses ist der Landrat des Salzlandkreises, Markus Bauer (SPD). Unterstützer sind Bürgermeister, Unternehmen, Binnenschiffer, der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) und viele Menschen in der Region. Wichtigster Punkt auf der Agenda ist die Festschreibung des Ausbaus des Flusssystems Elbe-Saale im Bundesverkehrswegeplan 2015. Das Landesverkehrsministerium hat den Ausbau für den Plan angemeldet, der einen Zeitraum bis 2030 umfasst. Im September soll der erste Referentenentwurf vorliegen. Minister Webel erwartet, dass die Saale mit dem Schleusenkanal Tornitz darin enthalten ist.

Der als „Neubau“ im bisherigen Bundesverkehrswegeplan eingeordnete Flussaus- und Kanalbau ist in der Praxis lediglich der Lückenschluss zwischen zwei ausgebauten und vom Bund unterhaltenen Bundeswasserstraßen auf einer Länge von etwa zehn Kilometern. Ein Ausbau der Elbe ist daran nicht geknüpft. Die sich an die Saale anschließende Elbstrecke 5 hat fast durchgängig die für Schubverbände ausreichende Fahrinnentiefe von 1,60 Meter. Massengüter und Containerfrachten könnten dann umweltbewusst auf den Wasserstraßen der mitteldeutschen Region transportiert werden, so der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS). Die Frage nach dem Bedarf stellt sich nicht. Für die Erstellung des neuen Bundesverkehrswegeplanes wurden im April 17 Saale-Unternehmen von der Planco Consulting GmbH nach dem aktuellen Transportpotenzialbefragt. Dabei ergab sich ein Transportbedarf von mehr als 2,5 Millionen Tonnen. 2012 waren es nur 2,1 Millionen Tonnen gewesen. Beachtlich ist, dass viele Unternehmen über den Hafen Halle Schifftransporte durchführen wollen – mit einem Bedarf von knapp 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr und steigender Tendenz.

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  • #169960

    Hauptthemen des Bürgervereins Stadtgestaltung Halle sind derzeit der Kampf gegen den Abriss der Hochstraße und der Erhalt der Hochhaus-Scheiben in Hal
    [Der komplette Artikel: Auch Bürgerverein Stadtgestaltung für Saale-Ausbau]

    #169961

    “Die sich an die Saale anschließende Elbstrecke 5 hat fast durchgängig die für Schubverbände ausreichende Fahrinnentiefe von 1,60 Meter.”
    So ein Käse. Wie sah es denn die letzten Wochen aus? Ruhte da nicht der Verkehr auf der Elbe? Und wie war es mit Flachwasser in den vorherigen Jahren? Und Hochwasser? War da nicht was? 2013 vielleicht?
    Eben weil die Schiffbarkeit der Elbe nicht annähernd ganzjährig gegeben ist, sollten wir uns endlich vom Saaleseitenkanal verabschieden und lieber marode Brücken sanieren und in die Schiene investieren.

    #169962

    Der Elbegrund musste sogar als Tomatenpflanzung herhalten!
    http://www.radiosaw.de/tomaten-auf-dem-magdeburger-domfelsen
    Zitat: In Magdeburg hat das extreme Niedrigwasser der Elbe den Domfelsen in ein Tomatenbeet verwandelt. Bereits im Jahr 2008 hatten Braunschweiger Forscher herausgefunden, dass der Domfelsen eine sogenannte Habitatinsel ist, ein abgegrenzten Lebensraum, auf dem sich bei niedrigem Wasserstand Pflanzen ansiedeln. Die Tomaten-Samen stammen demnach wohl aus Abwässern. .

    #169963

    Manch einer hätte dann schon was dagegen, seine Bestellungen oder die seiner Kunden per Schiff transportiert zu sehen… Das fährt nämlich langsam, und bei Hoch- oder Niedrigwasser schon mal gar nicht…

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