Women in Jazz 2014: 17 Veranstaltungen und neues Logo

4. Dezember 2013 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Mit dem traditionellen „City-Jazz“ fällt am 1. Februar 2014 für die mittlerweile neunte Auflage des Jazzfestivals “Women in Jazz” Halle (Saale). Insgesamt 17 Veranstaltungen wird es geben. Außerdem hat sich das Erscheinungensbild etwas gewandelt. die Farben Lila und Schwarz bleiben, doch das Logo sieht etwas anders aus. Grund ist der AUsstieg von Janis Kapetsis „aus gesundheitlichen und geschäftlichen Gründen“, wie Veranstalter Ulf Herden erklärte In Kapetsis Agentur „Kappa-Design“ war das alte Logo entwickelt worden. Herden selbst sucht nun nach neuen Partnern für 2015. Denn der Umfang des Festivals sei nicht alleine zu stemmen.

Zwei Uraufführungen wird es während des Festivals geben. Hinzu kommen eine Konzertlounge im Objekt 5, zwei Abende Elektroswing im Volkspark als neuen Veranstaltungsort beim Festival, einen Jazzlunch sowie drei begleitende Ausstellungen in der Oper, der Saalesparkasse und der Bahnhofslounge. „Wir hoffen, dass es der Bahn gefällt und sie die Ausstellung auch auf anderen Bahnhöfen zeigt“, so Herden. Insgesamt 76 Mitwirkende aus 16 Ländern sind dabei, drunter zwei Echo-Klassik-Preiträger. Auf Besucher warten unter anderem Künstler aus Italien und Kalifornien. Auch der hallesche Schauspieler Reinhard Straube zeigt sich von seiner musikalischen Reise. Im Mittelpunkt steht das Projekt „Jazz aus der eurasischen Mitte“ mit acht Künstler(inne)n aus unterschiedlichen Kulturkreisen, die im Jazz bisher kaum mit einander in einen künstlerischen Austausch getreten sind. Der Jazz aus Europa sucht das gleichberechtigte künstlerische Miteinander mit unseren direkten Nachbarn im vorderasiatischen Raum und im Nahen Osten. „Wir wollen eine Brücke zwischen europäischem Jazz und Jazz aus Vorderasien und dem Nahen Osten schlagen“, so Herden. Gerade in Vorderasien abe die Musikrichtung eine Entwicklung genommen, die Aufmerksamkeit brauche. Gern hätte man auch eine Künstlerin aus Afghanistan zu Gast gehabt. Doch das Auswärtige Amt habe aus Sicherheitsgründen abgeraten. „Wir befürchten, dass sie dann nicht mehr zurückkehren könnte“, so Herden.

Dafür ist eine Künstlerin zu Gast, die schon die halbe Welt gesehen hat. Achinoam Nini, genannt Noa, ist in Tel Aviv geboren, in der New Yorker Bronx jüdisch-orthodox erzogen, als 17-jährige nach Israel zurück gekehrt. Sie hat sich zu einer der bekanntesten Sängerinnen in der Welt entwickelt. Die Posaunistin Reut Regev wuchs in Israel auf. Sie zog es nach New York. Hier integrierte sie sich mit ihrer Musik in der Avantgarde- und Jazzszene.

Sich fortwährend als ein Europäisches Jazzfestival begreifend, präsentiert das Festival die französische Pianistin/Sängerin Clara Ponty, das mit Künstler(inne)n aus Schweden, der Schweiz, Deutschland und Luxemburg besetzte Quartett „Schneeweiss & Rosenrot“ (Publikums ECHO 2012), die Erstaufführung der „Lines for ladies“ mit fünf deutsche Jazzmusikerinnen und die singende Schauspielerin Jasmin Tabatabai mit prominenten Songs der deutschen Swing – Ära der 30er Jahre. Allemal ist die hallesche Jazzszene vielfältig und prominent dabei. An einem Abend sind die halleschen Projekte SoJaaZ und jazz enough dabei. Das Konzert wird dabei aufgezeichnet und auf CD gepresst.

Interessant ist es zu beobachten, welchen Einfluss digitale Technologien für den Jazz besitzen, der in seinen Ursprüngen natürlich vorrangig durch rein akustische Spielweisen geprägt war. Wenn man die Festivalkonzerte der vergangenen Jahre Revue passieren lässt, wird deutlich, dass sich der Jazz längst in eine musikalische Plattform verwandelt hat, auf der akustische Instrumente mit elektronischen Klangerzeugern konkurrieren. Auch die Jazzerinnen beweisen hier ihre Kreativität, ihre Eigenständigkeit und ihr Vermögen diese Entwicklungen für ihre Musik zu beherrschen. Zwei Projekte werden dieses Thema in der neuen Veranstaltungsform „electric jazz lounge“ im Volkspark Halle zeitgemäß aufgreifen. Für hervorragende musikalische Unterhaltung, Spaß und die Aufforderung zur eigenen Bewegung sorgen bei einem vorgelagerten „warm up“ die DJane Mira (Mahn) und Djane und Sängerin Rosantique (aus Italien). Zum Festival-Opening steht die electro swing band Brenda Boykin & Club des Belugas im Mittelpunkt des Geschehens.

Die Schirmherrschaft hat Judith Marquardt, Dezernentin für Kultur und Sport der Stadt Halle, übernommen. Sie freute sich über die Entwicklung des Festivals, das eine Erfolgsgeschichte geworden sei. Halle könne sich so als Mekka für Jazz-Liebhaber profilieren. Das sieht auch Stadtmarketing-Chef Stefan Voß so. In 27 Magazinen wird für das Jazz-Festival geworben. Eine Befragung unter 600 Besuchern im vergangenen Jahr habe ergeben, dass zwei Drittel der Besucher regelmäßig bei anderen Jazzfestivals zu Gast sind. Etwa die Hälft der Besucher kommt nicht aus Halle. „Wir wollen, dass der Anteil bundesweit und international ansteigt“, so Voß, der dabei insbesondere auf das Internet setzt.

Tickets gibt es in Halle & Umgebung bei TiM-Ticket und bei allen MZ-ServiceCentern sowie auch Deutschlandweit über alle Eventim Vorverkaufsstellen. Zur Programmübersicht.

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