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Veranstaltungen | 4. September 2012 12:23

Volles Programm zum Tag des offenen Denkmals in Halle

Am 9. September ist Tag des offenen Denkmals. Und auch in Halle (Saale) beteiligen sich zahlreiche Einrichtungen mit einem vielfältigen Programm. An dieser Stelle möchten wir einige Highlights präsentieren:

In den Franckeschen Stiftungen gibt es wieder frisches Brot aus dem Backofen des Back- und Brauhauses. Zu erwerben sind Brot und frischer Zuckerkuchen solange der Vorrat reicht direkt vor dem Brau- und Backhaus, und wer sich vom Stadtrundgang erholen will, ist eingeladen, an Ort und Stelle bei einem Kaffee die Köstlichkeiten zu genießen. Ab 10 Uhr kann man der Bio-Bäckerin Gerhild Fischer über die Schulter schauen und um 15 Uhr darf dann im Rahmen des Familienprogramms des Krokoseum der Nachwuchs kleine Brötchen backen. Zuvor entdecken die Familien das Brau- und Backhaus, werten archäologische Funde aus und können selbst einmal ausprobieren, Zeugnisse des Backens in den Franckeschen Stiftungen zu finden. Frisch gestärkt sollte man um 11 Uhr oder 12 Uhr die Führung durch das Haus 43 nicht verpassen. Das Architekturbüro BDA dwb Wilfried Ziegemeier hat das Gebäude der Latina saniert, zum Tag des offenen Denkmals stehen jetzt zu den Führungszeiten erstmals die Türen für alle interessierten Hallenser offen, bevor am Montag die Schüler wieder einziehen. Annette Lerch, die rechte Hand des Architekten Wilfried Ziegemeier, wird das Gestaltungskonzept erläutern. Wer noch einmal sein Wissen über die Franckeschen Stiftungen auffrischen will, ist zur Führung um 10 und 14 Uhr durch das Historische Waisenhaus, den Lindenhof und die Kunst- und Naturalienkammer richtig. Als älteste vollständig erhaltene barocke Wunderkammer in Europa ist dieses Highlight der Stadt Halle immer wieder einen Besuch wert. Zwischen 15 und 18 Uhr steht – passend zum Jahresthema „Holz“ – die Bohlenstube des ehemaligen Gasthofs „Zum Raubschiff“ im Mittelpunkt. Hier wird noch im September das Nachwuchsforum Geschichte der Franckeschen Stiftungen einziehen. Das Modellprojekt will Jugendlichen zeigen, dass Geschichte mehr ist als das Aneinanderreihen von Zahlen und Ereignissen. Hier wird auch eine Filmdokumentation über die Sanierung der historischen Häuserzeile am Franckeplatz von Bodo Erdmann zu sehen sein. Der Film will den in diesem Jahr verstorbenen Chronisten würdigen, der vor allem mit der Hall-Rolle in der Saalestadt bekannt geworden war. Einen einzigartigen Einblick in das Glaucha vor 300 Jahren bietet der Innenhof des Gebäudes, auf dem ehemals die Pferde abgeschirrt wurden und von dem aus die Reisenden in den Gasthof traten. Heute lädt hier die „Tranquebar“ zum Verweilen ein.

Zum vierten Mal ist auch die Paul-Riebeck-Stiftung dabei und öffnet ihre Pforten und verwandelt das Gelände des Akazienhofes in der Beesener Straße 15, 06110 Halle (Saale), in einen Festplatz für Jung und Alt. Zwischen 13.30 Uhr und 17.00 Uhr dürfen sich die Besucher auf ein abwechslungsreiches Programm freuen. Der Eröffnung durch Stiftungsvorstand Andreas Fritschek schließt sich die beliebte Pflanzaktion im „Garten der Generationen“ an. Von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr sorgt das Orchester der Musikschule Fröhlich für musikalische Unterhaltung. Ab 16.00 Uhr gibt Autorin Simone Trieder mit einer Lesung Einblicke in das Leben Paul Riebecks, dem Namensgeber und Mäzen der Paul-Riebeck-Stiftung. Zudem erwarten die Gäste Schnellzeichner Zamir Yusheav und eine Spielstrecke mit Kegelbahn, Glücksrad oder Dosenwerfen. Auch das Motto des diesjährigen Denkmaltages „Holz“ findet sich im Programmangebot der Stiftung wieder. Alle Besucher haben die Möglichkeit, am Bau einer Holzskulptur mitzuwirken und ihr mit kreativem Einsatz eine ganz persönliche Note zu verleihen. Dazu dürfen auch eigene Holzstücke und Holzmaterialien mitgebracht werden. Darüber hinaus bietet die Paul-Riebeck-Stiftung passend zum Denkmaltag Führungen im historischen Riebeck-Stift sowie im Altenpflegeheim Akazienhof an. Das Riebeck-Stift kann 10.00 Uhr und 13.30 Uhr besichtigt werden. Im Altenpflegeheim Akazienhof starten die Führungen 11.30 Uhr und 15.00 Uhr. Jeweils eine halbe Stunde vor Führungsbeginn steht ein Shuttlebus für den Transfer vom Akazienhof zum Riebeck-Stift und umgekehrt bereit. Für das leibliche Wohl ist gegen einen kleinen Obolus gesorgt. Die Paul-Riebeck-Stiftung freut sich auf viele Gäste und ein gemütliches Beisammensein.

Das Landesverwaltungsamt ist auch dabei und öffnet nun bereits zum 5. Mal nach der Renovierung das Hauptgebäude des Landesverwaltungsamtes in der Ernst-Kamieth-Straße 2 in Halle (Saale). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an Führungen um 10 Uhr, 12 Uhr, und 15 Uhr teilzunehmen, um sich eine Vielzahl von spannenden historischen, architektonischen und bauhistorischen Fakten über das einstige Gebäude der Königlichen Eisenbahndirektion anzuhören, einen Blick in das Präsidentenzimmer zu werfen und das Haus selbst in Augenschein zu nehmen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, auf eigene Faust zwischen 10:00 Uhr und 17:00 Uhr das Haus zu erkunden.Im wunderschönen großen Saal und in den Fluren des Hauses gibt es interessante Ausstellungen zu besichtigen. So präsentieren sich erstmals die drei Eisenbahnmodellclubs der Stadt Halle mit vier verschiedenen Modellbahnanlagen, die sich ua. auch mit der Geschichte der Eisenbahn beschäftigen. Die verschiedenen Anlagen lassen das Eisenbahnerherz auf jeden Fall höher schlagen. Dazu passend erzählt eine Ausstellung die Geschichte der Königlichen Eisenbahndirektion. Außerdem stellen verschiedene Referate des Amtes Schwerpunkte ihrer Arbeit in Wort und Bild vor und zahlreiche soziale und gemeinnützige Vereine präsentieren sich. In einer großen Ausstellung zeigen wir die Unesco-Weltkulturerbestätten Sachsen-Anhalts und halten themenbezogenes Infomaterial bereit. Natürlich gibt es Kaffee und Kuchen. Der absolute Hit erwartet jedoch die Kinder außerhalb des Gebäudes. Auf dem Parkplatz steht eine überdimensionale Modelleisenbahn, mit der Kinder eine Runde drehen können. Einfach einsteigen, Fahrkarte lösen und losfahren!

Der Arbeitskreis Innenstadt e.V. und die Freunde der Bau- und Kunstdenkmale Sachsen-Anhalt e.V. laden ein in die Gute Stube. In der kalten Jahreszeit bildete sie den Mittelpunkt häuslichen Lebens, denn sie war oft der einzige ständig beheizte Raum. Völlig von Holz umschlossen war sie bestens isoliert und hielt die wohlige Ofenwärme lange. In der Renaissance sind in Halle zahlreiche dieser Bohlenstuben entstanden. Einige haben die Jahrhunderte bis heute überlebt. Zum Tag des offenen Denkmals mit dem Motto “Holz” öffnen auf Initiative der beiden Vereine neun der 15 erhaltenen Bohlenstuben. Von den meisten sind nur einzelne Wände oder wenige Holzelemente vorhanden, manch andere ist nahezu vollständig. Die zwischen der 1. Hälfte des 16. und dem Anfang des 17. Jahrhunderts entstandenen Stuben wurden in das Fachwerk hineingestellt bzw. durch Verdübelung mit massiven Außenwänden verbunden. Über dem Dielenfußboden erheben sich die Wände aus waagerechten Blockbohlen. Getragen von den Rahmenbalken und dem profilierten Mittel-Unterzug bildet eine Bohlen-Balken-Decke den oberen Abschluss. Sitzbänke und Borde an den Wänden vervollständigen die Einrichtung. Die Bemalung besteht aus Bändern und Ornamenten, floralen oder figürlichen Motiven oder biblischen Szenen, umrahmt von Scheinarchitektur (Große Nikolaistraße 6). Aufwändige spätere Bemalungen des 18. Jahrhunderts zeigen z. B. Landschaften und Figuren (Rannische Straße 19). Geöffnete Bohlenstuben: 10.00–18.00 Uhr: Rannische Straße 5 (mit Ausstellung zu Bohlenstuben und Kuchenbasar), Große Nikolaistraße 6 (Händelhaus), Kleiner Sandberg 3. 11.00–18.00 Uhr: Alter Markt 27 (Goldener Pflug), Rannische Straße 19 (Goldene Rose). Ab 11.30 Uhr: Kleine Ulrichstraße 33 (Gasthaus Alt-Halle). 12.00–16.00 Uhr: Große Märkerstraße 21/22 (Schleiermacherhaus). 15.00–18.00 Uhr: Große Klausstraße 12 (Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus), Franckeplatz 5 (ehem. Gasthaus Zum Raubschiff).

Von 10 bis 18 Uhr öffnet das neu hergerichtete Historische Technikzentrum der Stadtwerke Halle erstmals seine Pforten. Im ehemaligen Schalthaus in der halleschen Turmstraße sind Zeugnisse aus vergangenen Zeiten zu sehen. Beispielsweise ein alter Münzgaszähler, historische Kanaldeckel, oder Bohrkerne von der Deponie. Auch ein Fahrscheinautomat der HAVAG und ein „Iltis“ der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft sind ausgestellt. Geöffnet sind auch der Wasserturm Süd am Lutherplatz sowie der Abwasserkanal Huttenstraße. Zudem ist das Stadtbad von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Jeweils um 12, 14 und 16 Uhr werden Führungen angeboten. Auch das historische Straßenbahndepot in der Seebener Straße öffnet seine Pforten. Eingerahmt wird der Tag des offenen Denkmals auf dem Lutherplatz vom Mieterfest der Bauverein Halle-Leuna eG „Auf gute Nachbarschaft“ mit einem bunten Bühnenprogramm für die ganze Familie. Die Stadtwerke Halle unterstützen das Fest. Sie sorgen mit der Spieleinsel wikiwiki mamokupuni, der Trinkwasserbar, Informationsständen des Maya mare sowie der Halleschen Verkehrs-AG und einer spannenden Quizaktion für Unterhaltung. Zudem werden Rundfahrten mit einem historischem Bus angeboten. Für Unterhaltung sorgen unter anderem die Kita Lutherstraße, der Frauenchor „Thaerdorflerchen, eine vietnamesische Kindertanzgruppe, „Die Saalenarren“. Zum Festausklang werden die Turmbläser das fröhliche Beisammensein musikalisch beenden.

Auch viele Kirchen laden ein. Um 17 Uhr gibt es in der Johanneskirche ein Konzert mit dem Ensemble „De Morales“, benannt nach dem spanischen Komponisten Cristóbal de Morales (um 1500 – 1553). Die Gruppe gründete sich im Jahr 2008 aus vier ehemaligen Mitgliedern des Leipziger Thomanerchores. Anliegen des Vokalquartetts ist es, vorrangig geistliche Musik der Renaissance und des Frühbarock gemäß der historischen Aufführungspraxis zu singen. Die vier Sänger, Stefan Kahle (Diskant), Nikolaus Karlson (Countertenor), Mathias Monrad Møller (Tenor) und Friedrich Weißbach (Bass) treten dabei in Kirchen des In- und Auslands auf, jedoch bildet Leipzig und speziell die Thomaskirche ihre musikalische Heimat. Im Mittelpunkt ihrer Programme stehen meist Messkompositionen. Das Ensemble ist geprägt von der 800 jährigen Tradition des Leipziger Thomanerchores.

Von 10 bis 16 Uhr lädt die Leopoldina zu einem Rundgang auf dem historischen Jägerberg ein. Besucher erhalten zum Tag des offenen Denkmals auf einem Rundgang durch das Gebäude Einblicke in die Geschichte des Hauses und in die Arbeit der Leopoldina. Gezeigt werden in regelmäßigen Abständen ein Kurzfilm über die Akademie (Festsaal) und eine Präsentation historischer Ansichten des Hauses (Vortragssaal). Zu sehen ist außerdem die Ausstellung „Neue Bilder vom Alter(n)“ mit Fotografien aus einem Wettbewerb der Leopoldina (Erdgeschoss). Die Bilder veranschaulichen unterschiedliche Lebensentwürfe und Vorstellungen vom Altwerden. Die Leopoldina ist Deutschlands Nationale Akademie der Wissenschaften. Sie bringt exzellente Wissenschaftler zusammen, die Politik und Gesellschaft in Zukunftsfragen beraten. Mit dem Umzug der Leopoldina in ihr neues Hauptgebäude in Halle zu Beginn des Jahres 2012 wurde ein traditionsreiches Beispiel hallescher Baukultur wieder zum Leben erweckt. Das Gelände selbst wurde im 16. Jahrhundert als Wall der Moritzburg aufgeschüttet. 1792 erwarb die Freimaurerloge „Zu den Drei Degen“ das Grundstück und baute das erste Logenhaus. Dieses Gebäude wurde mehrfach umgebaut. Unterschiedliche Baustile bestehen noch heute nebeneinander und zeugen vom Zeitgeist der verschiedenen Epochen. Der Leopoldina dient das Gebäude heute zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben als Nationalakademie. Durch Meetings, Symposien und Vorträge fördert sie den Austausch mit der Öffentlichkeit und der Wissenschaftler untereinander.

Geöffnet ist auch das Peißnitzhaus. Hier gibt es Ausstellungen zur Haus- und
Inselgeschichte. Ab 11 Uhr stündliche Führung zur Geschichte und Zukunft des
Hauses. Das Gartenlokal am Peißnitzhaus hat bis 22 Uhr geöffnet.

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