Veranstalter sagt Händels Open ab

8. Januar 2015 | Veranstaltungen | 27 Kommentare

Heino, Barclay James Harvest, Omega, City, Richard Clayderman, Nina Hagen… einige Stars hat Händels Open in den vergangenen Jahren nach Halle geholt. Im September hat HalleSpektrum.de bereits berichtet, dass die Veranstaltung vor dem Aus steht und Festevent die Veranstaltung “Händels Open” von seiner Internetseite getilgt hat. Nun hat sich der Veranstalter Lubomir Danailow erstmals offiziell geäußert.
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Eine 20. Auflage wird es demnach nicht geben. Danailow beklagt in der Bild-Zeitung mangelden Rückhalt durch die Stadt. “Wenn es in der Stadt nicht mal moralischen Rückhalt gibt, hat das alles keinen Sinn. Obwohl ich deutlich gesagt habe, dass wir Ende 2014 Klarheit brauchen, gab es keine Reaktion.” Wegen fehlender Sponsoren hatte Danailow im vergangenen Jahr schon auf das Feuerwerk verzichtet.

“Das wäre sehr schade, denn wir möchten immer Veranstaltungen in der Stadtmitte haben, die nicht nur für die Hallenser interessant sind, sondern auch Besucher aus dem Umland und von weiter her hierher holen. Natürlich bedauern wir jede Veranstaltung, die nicht bei uns stattfindet”, meint dagegen Kulturdezernentin Judith Marquardt. “Aber ich würde nicht sagen, dass Halle damit auch eine kulturelle Wüste wäre. Wir haben eine sehr große Vielfalt an kulturellen Veranstaltungen für verschiedene Geschmäcker und Zielgruppen.”

In der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen um das Salzfest und die Händels Open, insbesondere wegen der Qualität. Stadträte hatten vom Veranstalter immer wieder eine Verbesserung gefordert. Diskussionen gab es zudem darum, dass Festevent die Veranstaltungsflächen Markt und Hallmarkt kostenlos von der Stadt bekam. Dies wurde inzwischen geändert.

Die Händels Open waren einst auf Initiative der Stadt entstanden, 30.000 Euro beigesteuert. Aus Gründen der Haushaltskonsoldierung hatte sich die Stadt aber zurückgezogen. Die Veranstaltung war ursprünglich so gedacht, dass der Barockmusiker und Namensgeber in der gesamten Stadt präsent ist. Nach dem Rückzug der Stadt wurde aus einer kostenlosen Veranstaltung auf dem Markt aber ein kostenpflichtiges Festival am Hallmarkt. Daneben gab es immer wieder die Gefahr einer Verwechslung mit den richtigen Händelfestspielen. Das passierte beispielsweise einer großen deutschen Tageszeitung. Dort wurde sich beklagt, dass die Händelfestspiele zu einer Veranstaltung von B-Promis verkommen seien.

Auch beim Salzfest hatte Festevent schon abgespeckt. Wegen fehlender Sponsoren wurde beispielsweise das Bornknechtrennen abgesagt. So liegt die Vermutung Nahe, dass auch die Absage der Händels Open nicht allein auf mangelnde Unterstützung der Stadtverwaltung zurückzuführen ist.

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  • #131920

    Heino, Barclay James Harvest, Omega, City, Richard Clayderman, Nina Hagen… einige Stars hat Händels Open in den vergangenen Jahren nach Halle geholt
    [Der komplette Artikel: Veranstalter sagt Händels Open ab]

    #131921

    Wer kein tragfähiges Konzept hat, wird früher oder später sterben. Sich nur auf irgendwelche “Sponsoren” zu verlassen, die noch für diesen “festevent” einstehen, ist sehr dünnes Eis. Offenbar war aber die ganze Veranstaltung nur auf Fremdzahlung ausgerichtet, da war es vorprogrammiert und Herr D. hätte es wissen können…

    Vielleicht erleben ja Händel’s open eine Neuauflage in altbewährter Form; nämlich offen …

    #131922

    In anderen Städten ruht man sich nicht auf namhaften Sprößlingen der Stadt aus sondern entwickeln Pläne, Konzepte und verwerten Ideen.
    Statt die Unterstützung eines Veranstalters anzunehmen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen übt man sich im Knüppel werfen … immer rein zwischen die Beine.
    Vielleicht sollte man mal den Blickwinkel nachjustieren. Weg von dem Plan, “wo können wir noch mehr einnehmen” (gemeint sind die direkten Einnahmen bei Veranstaltern durch Vermietung) hin zu “wie können wir gemeinsam mit Profis die Stadt attraktiver gestalten und mehr Touristen in die Stadt holen”.
    Ich kann das Stadtmarketing nicht verstehen, jede Absage wird augenscheinlich mit großem Wohlwollen hingenommen und jeder neue Plan wird kreativ durch Auflagen und Kosten im Keim erstickt.
    Meine Güte, wo habt ihr nur Marketing gelernt? Ein Abendkurs auf der Volkshochschule?

    #131923

    Da dürften etliche Anwohner aufatmen, eine erhebliche Lärmquelle weniger.

    #131924

    Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.

    #131931

    @dobbs

    Kann ja auch wohl nicht sein, daß Bürger die Mietausfälle selbst bezahlen und dazu noch hochgradig beschallt werden und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Wenn Herr D. was auf dem Hallmarkt für eigene Kasse machen will ist es ein Gebot der Wirtschaftlichkeit und Gleichbehandlung, daß er dafür bezahlt. Die Kneiper in anderen Straßen, Schausteller und Markthändler machen das auch…

    Die Open haben sich nach einer wirklichen Open-Phase verselbständigt, weil der Herr dort sein eigenes Süppchen kochen wollte, natürlich auch zum Nutzen der eigenen Tasche. Von da an war es nicht mehr “open”, sondern eher “gated”. Und mit Händel hatte es absolut nix mehr zu tun…

    Nun endlich wieder open…

    #131934

    Wenn Herr D. was auf dem Hallmarkt für eigene Kasse machen will ist es ein Gebot der Wirtschaftlichkeit und Gleichbehandlung, daß er dafür bezahlt.

    War dass denn vorher eine Wohltätigkeitsveranstaltung?
    Ist das nicht sein Beruf, damit Geld zu verdienen?
    Er hat jetzt die Wirtschaftlichkeit geprüft: Klappe zu, Affe tot.

    #131935
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    Anonym

    @farbi:

    Nach dem Rückzug der Stadt wurde aus einer kostenlosen Veranstaltung auf dem Markt aber ein kostenpflichtiges Festival

    #131953

    Damit dürfte das Salzfest auch in Gefahr sein. Gleiche Akteure ergeben gleiche Ergebnisse.
    Halle wird zur Kulturwüste, auch wenn es die Beigeordnete anders sieht.

    #131960

    Was? „Kulturwüste“, wegen zwei nach der Wende künstlich aus dem Boden gestampften Kommerzveranstaltungen? Dass ich nicht lache!
    Wenn du eine Kulturwüste sehen willst, geh’ nach Machdeborch. Allein, dort wird’s auch mit viel Geld nicht besser.

    #131962

    @farbi:

    Nach dem Rückzug der Stadt wurde aus einer kostenlosen Veranstaltung auf dem Markt aber ein kostenpflichtiges Festival

    Kostenlos für den Besucher, jedoch nicht für den Veranstalter. Auch “mittelklassige B-, C- oder D-Promis” treten im Allgemeinen nicht ohne Gage auf. Ohne Einnahmen aus Eintrittsgeldern läßt sich sowas eben nur durch Sponsoring stemmen. Und wenn die Stadt als Initiator des Ganzen auftritt, sollte sie sich später nicht davon ausschließen. Oder sie muß damit leben, daß sich ihre Einflußnahme dann nur noch in beschränkten Grenzen bewegt.

    #131970
    Profile photo of
    Anonym

    Die Frage war, ob es vorher eine Wohltätigkeitsveranstaltung war. Jedenfalls war es im ersten Jahr für Besucher kostenlos und kam vor allem ohne B-, S,- oder E-Promis aus. Dass sich die Stadt als Sponsor zurückgezogen hat, hielt niemanden davon ab, gleichwertige Sponsoren für eine weiterhin kostenlose Veranstaltung zu suchen.

    #131977

    Als Hä-O noch auf dem Obermarkt waren haben da keine promis gastiert, da haben die Halleschen Nachwuchsmusiker was gemacht… und es ging auch. Aber der Herr D. hat da Morgenluft gewittert… und über kurz oder lang waren der Platz geändert und der Nachwuchs weggedrückt, weil man für den keine Eintrittsgelder verlangen konnte… und es wurde groß und größer, und auch lauter und exclusiver…

    #131986
    Profile photo of
    Anonym

    …und schlechter…und teurer…

    #132001

    Freuen wir uns doch mit Danailow, dass er dieses Jahr kein Geld mit der Veranstaltung verliert, für die Anwohner, dass sie dieses Jahr ihre Wohnungen benutzen können, und für die Stadt, dass endlich nicht mehr diese C-Promi-Veranstaltung mit Hallescher Hochkultur verwechselt wird. Das ist doch eine 3win-Situation.

    #132003

    Na sagen wir mal, daß er in den Jahren zuvor wohl schon seinen Schnitt gemacht hat, sonst wäre es nach dem ersten Jahr schon perdu gewesen…

    #132005

    Das denke ich auch, aber in Halle ist es ja selbstverständlich geworden, zu privaten Gewinnen nochmal ein Fördersahnehäubchen obendrauf zu verlangen.

    #132008

    Wo werden Investoren nicht mit Fördergeldern gelockt?
    Die Kommunen, die Länder und die Republik pokern doch überall.

    #132009

    Als Hä-O noch auf dem Obermarkt waren haben da keine promis gastiert, da haben die Halleschen Nachwuchsmusiker was gemacht… und es ging auch. Aber der Herr D. hat da Morgenluft gewittert… und über kurz oder lang waren der Platz geändert und der Nachwuchs weggedrückt, weil man für den keine Eintrittsgelder verlangen konnte… und es wurde groß und größer, und auch lauter und exclusiver…

    Gehört denn dem Herrn D. Ober- und Untermarkt?

    #132019

    Eben nicht, deshalb ja die Mietforderung, schon allein vom Gleichheitsgrundsatz her…

    Vielleicht hat man in den ersten Jahren aus Kulanzgründen darauf verzichtet, und gewissermaßen als Anschub, bis das Projekt auf eigenen Füßen steht…

    #132025

    Eben nicht, deshalb ja die Mietforderung, schon allein vom Gleichheitsgrundsatz her…

    Dann bestimmt doch die Stadt, was dort geschieht.

    #131949

    Es ist sehr schade das diese Veranstaltung von der Bildfläche verschwindet. Auch wenn es sicherlich nicht jedem recht gemacht werden konnte verliert Halle doch eine, weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte und geschätzte Veranstaltung. Übrigens “open” heißt nicht kostenlos. Wird jeder open air Veranstalter bestätigen.

    #132399

    Übrigens “open” heißt nicht kostenlos. Wird jeder open air Veranstalter bestätigen.

    Das mag freilich so sein, nur war es hier eben nicht so gemeint. Händel’s Open wurden für die ins Leben gerufen, die sich keine Eintrittskarten leisten konnten oder wollten. Diese Händel’s sollten offen für alle sein, eben open, ohne Bezahlung. Deshalb gab es da in der Mehrzahl auch Amateure und freiwillig auftretende Profis aus dem Stadt- und Saalekreis…

    #132284

    Ich muss sagen, so schlecht fand ich die Händels-Open gar nicht. Vielleicht liegt es aber auch ein bisschen mit an dem Veranstalter – in diesem Fall meine ich Festevent. Ein Blick auf deren Internetseite (letzte Aktualisierung Sommer 2014) oder auf die Internetseite “www.haendel-halle.de” sagt meines Erachtens alles aus. Seit dem Festevent der Betreiber bzw. Veranstalter der Händel-Halle ist, findet eine Aktualisierung des Programms nur noch sporadisch statt und wenn, dann fehlen die Hälfte der Veranstaltungen. Bei den vorherigen Betreibern war das alles anders.

    #132411

    Ich fand die Händels Open bis zum Rückzug der Stadt Halle als Gewinn für die Stadt.

    Mit der Übernahme der Händels Open durch Herrn D. jedoch wurde diese Veranstaltung zu einem Kommerzevent, welcher erkennbar mit meterhohen blickdicht zugehangenen Zäunen seine schlimmste Form auf dem Hallmarkt zuletzt hatte. Ein Witz da noch von “Open” zu sprechen.

    Ich finds gut, daß der Schwachsinn nunmehr aufhört, ehe es noch “Händel-Malle am Hallmarkt” gibt.
    Man sollte sich auf die “Open” in einer Form von “Musikern, die sich in der Stadt niederlassen und Händel huldigen, indem sie seine Werke spielen”, frei und für jeden zugänglich, zurückbesinnen.
    Ich möchte kleine Händels auf dem Markt ein befreiendes “Halleluja” mit der Inbrunst der Kehlen genauso schmettern hören, wie die etwas falsch gestimmte Geige…. Händels Cembalo-Suite Nr. 4 in d-moll würde ich in so einem Zusammenhang auch gern mal auf einer Mundharmonika begleitet von einer Gitarre und auf Töpfen geschlagen hören. (Die berühmte Sarabande, die schon in einigen Filmen musikalisch herhalten musste)
    Das ist eine Händels Open, experimentelle Kleinkunst, die jeder Hallenser und Gast der Stadt genießen und bei gelungenen Darbietungen auch dem Künstler durch Applaus und kleine Gaben seinen Respekt zollen kann und nicht das Einzäunen eines Areals in der Stadt und das Ganze auch noch “Open” zu nennen.

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