Podiumsdiskussion: Die Schranken des Urheberrechts für Bildung und Wissenschaft

4. Mai 2017 | Veranstaltungen | Keine Kommentare
Löwengebäude auf dem Universitätsplatz. Foto: Norbert Kaltwaßer

Löwengebäude auf dem Universitätsplatz. Foto: Norbert Kaltwaßer

In einer Podiumsdiskussion zur aktuellen Entwicklung des Urheber- und IT-Rechts geht es am Donnerstag, 11. Mai 2017, 18 Uhr, in der Aula der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) um ein Thema, das von großem wissenschaftlichen und politischen Interesse ist sowie unmittelbar die Arbeit an Schulen und Hochschulen betrifft: die urheberrechtlichen Schranken für Bildung und Wissenschaft.

Die gegenwärtige Rechtslage zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke im Unterricht und in der Forschung ist komplex. In welchem Umfang Lehrer im Unterricht urheberrechtlich geschütztes Material verwenden dürfen, um es den Schülern in kopierter, ausgedruckter oder digitaler Form zu präsentieren, lässt sich nur schwer vermitteln. Ebenso herrscht große Unsicherheit bei der Verwendung fremder Werke im Rahmen der digitalen Lehre an Universitäten und Fachhochschulen.

Die zuletzt hitzig geführte Debatte um die Möglichkeit der Verwendung von digitalen Unterrichtsmaterialien im Rahmen von Paragraf 52a des Urheberrechtsgesetzes hat gezeigt, dass diese komplexen Regelungen im Urheberrecht einer Rechtsakzeptanz der Menschen entgegenstehen. Auf nationaler wie europäischer Ebene wird daher eine Neuordnung der Regelungen angestrebt. Erst vor wenigen Tagen hat die Bundesregierung einen Entwurf für ein Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft (Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz – UrhWissG) vorgelegt, der Bundesrat wird sich am 12. Mai mit dem Entwurf befassen.

Diesen Entwurf wird Prof. Dr. Malte Stieper vor dem Hintergrund der parallel veröffentlichten Pläne der EU-Kommission zur Reform des digitalen Urheberrechts mit Experten diskutieren. Zu Gast sind: Prof. Dr. Katharina de la Durantaye (Humboldt-Universität zu Berlin). Sie hat im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Bildung bereits 2014 ein Gutachten zur sogenannten Wissenschaftsschranke veröffentlicht. Prof. Dr. Haimo Schack (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) ist diesem mit einem Gutachten entgegengetreten, das auf Anregung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels entstandenen ist. Die europäische Perspektive an diesem Abend vertritt Julia Reda (Piratenpartei), die als stellvertretende Vorsitzende im Rechtsausschuss des Europaparlaments für die Überarbeitung des EU-Urheberrechts zuständig ist. Moderiert wird die Diskussion von Frank-Michael Fruhner vom Landesministerium für Justiz und Gleichstellung.

Die Podiumsdiskussion „Urheberrechtliche Schranken für Bildung und Wissenschaft im Lichte der EU-Urheberrechtsreform“ findet im Rahmen der Europawoche 2017 statt. Organisiert haben das Gespräch der Jurist Prof. Dr. Malte Stieper von der MLU und das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt. Die Deutsche Vereinigung für Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht ist als Kooperationspartner mit an Bord.

Datum: Donnerstag, 11. Mai 2017, 18 Uhr

Ort: Aula im Löwengebäude (Universitätsplatz 11, 06108 Halle)

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