#lndwhalle Wissenschaftsnacht und Fußball: der Freitagabend in Halle

4. Juli 2014 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Am heutigen Freitag lädt Halle (Saale) wieder zur traditionellen Langen Nacht der Wissenschaften ein. Doch die 13. Auflage hat diesmal harte Konkurrenz. Denn um 18 Uhr wird auch das Fußball-WM-Spiel Deutschland gegen Frankreich angepfiffen.

Beides lässt sich aber prima verbinden. Denn an vielen Stationen zur Wissenschaftsnacht sind Bildschirme aufgestellt, so dass die Hallenser immer über den aktuellen Spielstand informiert sich. Interessierte können das Viertelfinalspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft zum Beispiel im Museumshof des Stadtmuseums Halle live am Bildschirm verfolgen. In der Zweigbibliothek der Geowissenschaften findet eine brasilianische Nacht unter dem Motto “Willkommen in Brasilien” statt. Die Theologen in den Franckeschen Stiftungen berichten über Fußball und Religion, wie die “Hand Gottes” Maradonna.

Puppen Francke_MG_7895Zur Fußballfreien Zone wird dagegen das Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen. Gemeinsam mit dem Puppentheater Halle geht es auf die Suche nach den Bewegungsgesetzten, welchen Puppen folgen müssen, um sich wie Menschen zu bewegen. Die Wissenschaft der Biomechanik beschreibt und untersucht die mechanischen Gesetze des menschlichen Bewegungsapparates. Ausgehend von diesen Gesetzen kann die gesamte Bandbreite der Bewegungen – von einer Handbewegung, einem Schritt, bis zu komplexen Bewegungen des gesamten Körpers – dargestellt werden. Diese Bewegungen am menschlichen Körper sichtbar herauszuarbeiten und vorzuführen ist eine Kunst, die nur wenige Schauspieler in der Bundesrepublik beherrschen. Zur Langen Nacht der Wissenschaften können die Besucher der Stiftungen diese Kunst in Vorstellungen von Frank Benz, Schauspieler, und Sylvia Werner, Puppenspielerin, erleben. Ab 18.30 h bis 22 h treten beide halbstündlich auf, wobei Sylvia Werner die Bewegungen des Menschen auf die Puppe überträgt. Kinder und Familien sind weiterhin zum Puppenbau-Workshop und Schattentheater des Krokoseums sowie zum Rundgang durch die Ausstellung „Lebensgefährten. Von Puppen und ihren Menschen“ eingeladen. In dieser Ausstellung, die gerade für jüngere Besucher und mit besonderem Augenmerk auf das Hallesche Puppentheater inszeniert wurde, finden den gesamten Abend über Lesungen der Lesefee statt.

Lunge_08Auch das Diakoniekrankenhaus Halle ist dabei. Dort zeigt man zwischen 18 und 22 Uhr ein begehbares Lungenmodell. Das Modell wiegt knapp eine halbe Tonne und ist fast zweieinhalb Meter hoch, zwei Meter breit und fünf Meter lang. Allein durch seine Ausmaße ermöglicht es unerwartete Eindrücke vom Aufbau und der Funktion des lebenswichtigen Organs. Zudem werden zahlreiche Krankheitsbilder dargestellt. Medizinisches Personal des Lungenkrebszentrums DIAKO wird vor Ort sein und für Erläuterungen zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es zur Langen Nacht der Wissenschaften Rundgänge durch den Operationsbereich sowie diverse Stationen zum Ausprobieren und Mitmachen. Unter anderem wird demonstriert, wie eine Bronchoskopie funktioniert und was ein Lungenfunktionstest ist. Geschicklichkeit kann bei einem Training bewiesen werden, welches Medizinstudierende absolvieren um minimal invasive Operationstechniken zu üben. Kurze Vorträge widmen sich Themen wie: Wie bereite ich mich medizinisch auf eine Fernreise vor? Was passiert bei einer Schilddrüsen-OP? Und: Wie arbeitet das zertifizierte Darmzentrum? Auch für junge Gäste ist gesorgt. Im Radiologischen Zentrum werden unter anderem CT-Untersuchungen an Kuscheltieren durchgeführt und in der Physiotherapieabteilung stehen ein Trampolin und eine kleine Kegelbahn bereit. Der Abend wird eröffnet mit einem Konzert in der Kirche des Diakoniewerks. Um 18:30 Uhr spielt das Trio Reuss Kammermusik auf Querflöte, Bratsche und Cembalo.

LeopoldinaKühlschränke bestellen Lebensmittel, Waschmaschinen waschen dann, wenn der Strom billig ist, und Autos geben untereinander Informationen über Staus weiter: Mit dem „Internet der Dinge“ könnte dies in Zukunft selbstverständlich werden. Dahinter steckt die Vision, dass technische Geräte „intelligent“ werden, sich Informationen selbst beschaffen und miteinander und mit ihren Nutzern kommunizieren. Das kann unser Leben bequemer machen. Was aber, wenn Hacker Daten ausspähen oder Geräte manipulieren? Wie abhängig wollen wir uns vom Funktionieren der Technik machen? Und wie tief sollen die Einblicke in unsere Privatsphäre sein, die wir beim Nutzen vernetzter Gegenstände bieten? Um Fragen wie diese geht es im Wissenschaftlichen Nachtcafé am Freitag, 4. Juli 2014, um 21 Uhr im Vortragssaal der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Jägerberg 1, 06108 Halle(Saale) im Rahmen der Leopoldina-Nacht 2014. Der Eintritt ist frei. Folgende Expertinnen und Experten diskutieren mit dem Publikum: Prof. Anja Feldmann, Ph.D., Technische Universität Berlin, Expertin für Netztechnologien und Leopoldina-Mitglied; Volker Stollorz, freier Wissenschaftsjournalist. Die Moderation übernimmt Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog.

Anlässlich der 13. Langen Nacht der Wissenschaften richtet die Hallesche Verkehrs-AG, ein Unternehmen der Stadtwerke Halle, von Freitag, 4. Juli, etwa 18.00 Uhr bis Samstag, 5. Juli, etwa 2.00 Uhr ein zusätzliches Busshuttle ein. Der Pendelbus steht den Hallensern kostenfrei zur Verfügung und verkehrt aller 15 Minuten. Das Busshuttle bedient die Sonderhaltestellen Ernst-Grube-Straße, Weinberg Campus, Heinrich-Damerow-Straße, Campus Heide Süd, Ankerstraße (Straßenbahnhaltestelle), Campus Franckesche Stiftungen, August-Bebel-Straße, Joliot-Curie-Platz, Universitätsplatz, Friedemann-Bach-Platz, Mühlweg. Während des Feuerwerkes von etwa 22.45 Uhr bis 23.00 Uhr auf dem Von-Seckendorff-Platz werden die Haltestellen in der Heideallee bedient.

In diesem Jahr wird der Hashtag #lndwhalle zudem für Facebook und Twitter eingeführt. Am Uniplatz werden dabei sämtliche Posts mit diesem Hashtag über eine Leinwand dargestellt. Am Uniplatz wird wieder eine Bühne mit Livemusik aufgebaut. Highlight ist wieder das Feuerwerk um 22.45 Uhr. Diesmal sollen geometrische Formen dargestellt werden. “Das wird mit Sicherheit wieder spannend”, verspricht Uni-Rektor Udo Sträter.

Print Friendly

Kommentar schreiben