Saaleaue rund um die Burg Giebichenstein soll wieder naturnaher werden

16. Januar 2016 | Umwelt + Verkehr | 4 Kommentare

Das Saaleufer zwischen Burg Giebichenstein und Klausbergen wird demnächst saniert, am Amselgrund steigen wieder Konzerte zum Laternenfest. Doch die Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ sollte in Zukunft wieder naturnahe entwickelt werden, meint der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA).

So fordert der AHA den Oberbürgermeister Bernd Wiegand auf, die Planungen für den Ausbau des Saaleufers zwischen Burg Giebichenstein und Klausbergen zu stoppen. Es sei unverständlich, dass die Stadt Halle (Saale) weiterhin an dem Plan festhalten möchte, hier 19 Bäume fällen zu wollen. Die Begründung, dass man „historische Sichtbeziehungen“ herstellen möchte, erscheint laut AHA nicht stichhaltig sondern unlogisch und somit nur vorgeschoben. „Diese Sichtachsen stören die umfassenden baulichen und strukturellen Ausweitungen von Schiffs- und Bootsanlegeanlagen seit den 90er Jahren. Der Motorbootanlegesteg nordwestlich der Giebichensteinbrücke ist zudem massiver Ausgangspunkt von vermehrten Lärm- und Abgasbelastungen“, so der AHA. Zwei Millionen Euro will die Stadt investieren. Unter anderem sollen die Wege und Mauern der Saalepromenade saniert werden. Vorgesehen ist eine Verbreiterung der Zufahrt aus Richtung Emil-Eichhorn-Straße. Damit wolle man den neuen Anforderungen der Rettungsdienste Folge leisten. 36 neue Bänke und 18 Abfallbehälter werden aufgestellt. Außerdem ist eine neue Slipanlage für das ins Wasserlassen von Booten vorgesehen, um die alte Anlage zu ersetzen. 8 Ankerpunkte werden errichtet. Auch der Zugang zur Jahnhöhle wird erneuert. Die Porphyrstufen der alten Ufertreppe werden aufgearbeitet. In den Beeten werden künftig Stauen und Gräser gepflanzt.

Der AHA stört sich aber auch an Abholzungsmaßnahmen, welche jüngst in dem ca. 10 ha großen Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ stattgefunden haben. Unter anderem Eschen, Feldulmen, Spitz- und Eschenahorne sowie mehrerer Holunder und Blutroter Hartriegel wurden gefällt, andere Bäume zurückgeschnitten. Auch sei man teilweise mit schwerer Technik in das Auenwaldgebiet gefahren, so der AHA. Dabei sei es zu teilweise massiven Beschädigungen gekommen. Deshalb fordere man die Stadt als zuständige untere Naturschutzbehörde auf die Verantwortlichen zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen. Auch sei eine Beschwerde bei der EU-Kommissionen zu prüfen, da die massiven Eingriffe und Schäden in dem Schutzgebiet, hinsichtlich Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen würden, so der AHA.

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