Saale-Elster-Talbrücke: Testzüge rollen über die neue ICE-Trasse bei Halle

17. August 2014 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Sie ist mit 8,5 Kilometern die längste Brücke Deutschlands, überspannt das Saaletal bei Halle. Und am Sonntag donnerten erstmals Züge über die Saale-Elster-Talbrücke.

Allerdings noch keine ICE, wie sie hier einmal fahren sollen. Die Bahn führte am Mittag Testfahrten mit 145 Meter langen und 1.000 Tonnen schweren Zügen durch, beladen mit Schotter. Die Messungen liefen dabei völlig automatisiert in Rechnern innerhalb der Lokomotiven und Pfeiler ab. Diese Messsysteme bleiben auch nach der offiziellen Inbetriebnahme der Strecke aktiv, werden kontinuierlich Daten liefern. Die Testfahrten am Sonntag dienten dazu, das „Verhalten“ des Bauwerks unter Belastung zu testen, also wie Dehnungsfugen, Pfeiler und die Trasse selbst reagieren. Damit soll dem Belastungsbild UIC 71 mit einer Belastung 80 Kilonewton pro Meter entsprochen werden, womit der neuesten Maßgabe der UIC, der International United of Railways, entsprochen wird.

Die Saale-Elster-Talbrücke ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8. Dieses umfasst die 500 Kilometer lange Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg–Erfurt–Leipzig/Halle und Berlin. Finanziert wird es vom Bund, der Europäischen Union und der Deutschen Bahn. Die Investition beträgt etwa 10 Milliarden Euro. Die neue Bahn-Verbindung ermöglicht eine Reisezeit von München nach Berlin in etwa vier Stunden und bietet eine umweltfreundliche Trasse für den Güterverkehr. Der Projektteil Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle soll 2015 in Betrieb gehen, von Franken durch den Thüringer Wald nach Mitteldeutschland ist die Verbindung Ende 2017 betriebsbereit.


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