Neue Niederflur-Straßenbahn rollt auf den HAVAG-Hof

28. Februar 2013 | Umwelt + Verkehr | 5 Kommentare

Die Hallesche Verkehrs AG (HAVAG) hat am Donnerstagvormittag den ersten Niederflur-Straßenbahnwagen vom Typ MGTK2 erhalten. Das Fahrzeug, eine Weiterentwicklung der bestehenden Niederflur-Kurzgelenks-Triebwagen, kommt per Tieflader von Bombardier aus Bautzen. Ursprünglich war die Lieferung bereits in der vergangenen Woche geplant, musste aber wegen der Schneefälle verschoben werden.

Im Vergleich zu den alten MGT-K-Fahrzeugen sind die neuen Bahnen durch eine neue Frontschürze einen Meter länger, neue optisch verbesserte Scheinwerfer wurden eingebauten. Daneben wurden mehr Klappsitze verbaut, um so mehr Stellflächen zu erhalten. Hinzu kommen ein neues Be- und Entlüftungssystem sowie Klappfenster für Frischluft gerade im Sommer. Die Türen sind rot lackiert, damit sie auch von sehbehinderten Menschen besser wahrgenommen werden. Im Design verändert wurden das Design von Haltegriffen und Sitzen. Für Rollstuhlfahrer gibt es eine Spaltbrücke,

Es dauert aber noch eine Weile, bis die Straßenbahn auch wirklich im Regelbetrieb fährt, machte HAVAG-Vorstand Vinzenz Schwarz deutlich. Spätestens zum 1. Juni, dann will die HAVAG einen Tag der offenen Tür durchführen, soll die Bahn dann offiziell in Betrieb genommen werden. Zuvor stehen einige Tests an, allein oder auch gekoppelt mit anderen Straßenbahntypen. Auch werden die Bremsen eingestellt und die Software ausgetestet. Schwarz begrüßte insbesondere die Form der neuen Bahnen und das Fahrverhalten.

Die Stadt hat insgesamt zwölf Fahrzeuge mit einer Gesamtsumme von 29 Millionen Euro bestellt. Ausgelöst wurde der Auftrag schon 2010. Durch einen Hochwasserschaden im Bombardier-Werk Bautzen verzögerte sich die Lieferung.

Sind die neuen Bahnen da, fahren auf halleschen Gleisen dann insgesamt 104 moderne Niederflurtrams. Ursprünglich waren die Verkehrsbetriebe vor 20 Jahren noch von einem Bedarf von fast 200 Fahrzeugen ausgegangen. Doch durch den Bevölkerungsschwund und eine zunehmende Motorisierung ist das heute nicht mehr nötig.

Die alten Tatrabahnen sollen ausgemustert werden, sobald alle neuen Trams fahrbereit sind. Spätestens zum Jahresende werden sie laut Schwarz ausgemustert und nach Osteuropa verkauft. Einige Exemplare sollen erhalten und beispielsweise für Kaffeefahrten genutzt werden.

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