AHA fordert verkehrsberuhigte Zone am Steintor

7. Januar 2014 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

30.000 Fahrzeuge nutzen jeden Tag die Steintor-Kreuzung in Halle (Saale). Geht es nach dem Verein Arbeitskreis Hallesche Auenwälder, dann werden es bald weniger.

Der AHA und die dazugehörige Initiative „Pro Baum“ erklären, es sei ökologisch sowie stadt- und verkehrsplanerisch sinnvoll, die Einrichtung des Steintors als eine verkehrsberuhigte Zone zu prüfen und auch umzusetzen. Es sei nicht erkennbar, warum am Steintor ein „normaler“ Durchgangsverkehr erforderlich sein soll. Eine verkehrsberuhigte Zone hätte zum Vorteil, dass die Straßenbahn kein eigenes Gleisbett benötigt, der Gesamtplatz als Raum zwischen Park, Steintor-Variete, Wohngebäuden, Läden sowie bestehenden und potentiellen gastronomischen Einrichtungen ganz anders erlebbar in Erscheinung treten kann. AHA und Pro Baum vertreten generell die Auffassung die hallesche Innenstadt weiter verkehrszuberuhigen.

Notwendige Verkehrsströme könnten über Riebeckplatz, Franckestraße, Hansering und Große Steinstraße sowie Volkmannstraße, Berliner Straße und Ludwig-Wucherer-Straße bzw. Paracelsusstraße geführt werden. Kleinräumig sei aber auch ausnahmsweise eine Einbeziehung von Magdeburger Straße, Meckelstraße und Am Steintor möglich. „Der Verkehr mit Kraftfahrzeugen am Steintor sollte dabei auf Liefer- und Notfallverkehr beschränkt bleiben“, so AHA-Sprecher Andreas Liste.

Bereits im April protestierte der Verein gegen die geplanten Baumfällungen am Steintor. 59 Bäume wurden als „nicht verkehrsicher“ eingestuft, wovon 10 Bäume die Wertung „gefährliche Bäume“ erhalten haben, so der AHA. Mit der Fällung dieser Bäume und der Abholzungen zu Gunsten der geplanten Verkehrsanlagen habe die Stadt Halle (Saale) schon die Vernichtung von 107 Bäumen in Rechnung gestellt. Hinzu komme noch die angedachte pauschale Fällung von 28 nektarreichen und blühreichen Robinien. Von den 30 „Restbäumen“ wären damit nur noch 2 Bäume übrig. „Das käme einer kompletten Vernichtung des Parks gleich“, so Liste. Diese Planung müsste sofort wieder auf den Prüfstand. AHA und Pro Baum fordern stattdessen den vollständigen Erhalt des Steintorparks und appellieren daher dringend an die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) auf die Planungen entsprechend anzupassen. Ebenso gilt es noch einmal genau zu überprüfen, wie es tatsächlich mit der Gesundheit und Standfestigkeit der Bäume bestellt ist. „Die Fällung kerngesunder und vollkommen standsicherer 97 Linden –wie die Baumstümpfe eindeutig zeigen- in der Fiete-Schulze-Straße, legen den Verdacht nahe, dass man Bäume „krankschreibt“, um sie letztendlich –selbst während der Vogelbrutzeit-problemlos fällen zu können“, so Liste. Hier kann man die AHA-Stellungnahme zum Umbau des Steintors herunterladen.

Die Stadtverwaltung plant den Umbau des Steintors in den Jahren 2014 bis 2016. 20 Millionen Euro sollen investiert werden. An der Kreuzung Berliner Straße / Paracelsusstraße soll es eine Ampel geben – zudem wird hier die „neue“ Ludwig-Wucherer-Straße – die bisherige „LuWu“ wird abgekoppelt und ist zwischen Emil-Abderhalden-Straße und Steintor nur noch für Straßenbahnen befahrbar. Der Bereich vor dem Varieté soll bis auf den Lieferverkehr komplett autofrei werden. Autos werden über Magdeburger Straße und Krausenstraße in die Große Steinstraße geleitet. Vom Steintor-Platz zur Kromayerstraße und an der Ecke Große Steinstraße / Krausenstraße soll es Fußgängerüberwege mit Mittelinseln geben. Auch eine Umgestaltung der jetzigen Grünanlagen ist vorgesehen.

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