Tickets für Pokal-Halbfinale nur gegen Ausweisvorlage, Fanszene protestiert

22. April 2014 | Sport | 3 Kommentare

Am 30. April trifft der Hallesche FC im Halbfinale des Fußball-Landespokals auf den Burger BC. Umrahmt wird das Spiel, das beim Siebtligisten stattfindet, von Sicherheitsmaßnahmen.

Hallescher FC

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So wird es nur einen personalisierten Vorverkauf im WOSZ Fan-Shop am Rannischen Platz geben. Pro Person werden maximal zwei Karten verkauft, ein gültiger Personalausweis muss vorgelegt werden. Für die Begleitperson muss der Käufer eine Kopie des Personalausweises als Vollmacht vorlegen. Am Spieltag selbst wird keine Gästekasse geöffnet sein. Polizei und Ordnungsdienst kündigen stichprobenartige Personen-Kontrollen an.

Aus der Fanszene regt sich Kritik. „Mal ganz abgesehen, wie die unabhängigen Datenschützer unseres Landes dieses Vorgehen werten mögen, bleibt die Frage, ob solch ein Ticketverkauf – mit der Erfassung aller persönlichen Daten des Erwerbers – tatsächliche Sicherheit schafft oder ob dieses Vorgehen eher die Fußballinteressierten vom Stadionbesuch abschrecken und abhalten soll. Hinter dieser Strategie ließe sich demzufolge der Plan vermuten, dass Fußballspiele ganz ohne Zuschauer stattfinden sollten. Soll das wirklich das Ziel aller Beteiligten sein?“, fragt der HFC-Fanszene e.V. in einer Erklärung. „Alternativ wäre die Idee zu vermuten, dass, wenn in Stadion etwas passiert, “man” ja schließlich wüßte, wer im Stadion zugegen ist und somit tatverdächtig sei.“

Der Fanszene-Verein spricht von “Generalverdacht” und “Kollektivstrafe”. Die Restriktionen werden weder eine Verfehlung im Stadion verhindern, noch werde es die Ermittlung einzelner Verwirrter beschleunigen, zeigt man sich dort überzeugt. „Der potentielle Stadionbesucher darf also im Rahmen seiner rechtsstaatlichen “Bürgerfreiheit” selbstständig entscheiden: nehme ich die Verletzung des Datenschutzes in Kauf und mache mich selbst zum im Vorhinein erfassten, potentiell verdächtigen “Gewalttäter Sport” oder bleibe ich künftig den Spielen meines Lieblingsclubs fern… Unfassbar dieser Fauxpas!“

Aus diesem Grund fordert der Fanszene-Verein die involvierten Institutionen, den Landesfußballverband Sachsen-Anhalt, die Polizei des Landes Sachsen-Anhalt sowie die teilnehmenden Landespokalhalbfinalisten, den Burger BC und den Halleschen FC auf, auf den personalisierten Ticketverkauf zu verzichten und auch diese Pokalbegegnung als normales Fußballspiel stattfinden zu lassen.

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