„Die Kindheit ist unantastbar“

4. November 2016 | Soziales | 2 Kommentare
Stadträtin Ines Brock

Stadträtin Inés Brock

Im Rahmen der Festwoche zum 25jährigen Bestehen des IRIS-Regenbogenzentrums fand am 3. November 2016 im Stadthaus eine Festtagung mit dem Thema „Die Kindheit ist unantastbar“ statt. Unter der Moderation von Stadträtin Inés Brock, einer der „Gründer-Mütter“ des Familien- und Beratungszentrums, gab es zunächst Grüße vom Land und der Stadt.

Ministerin Petra Grimm-Benne

Ministerin Petra Grimm-Benne

Frau Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration im Land, würdigte das Zentrum in seiner sozialen Bedeutung für die Region und sicherte die weitere Finanzierung der Beratungs- und Familienbildungsangebote zu, dies im Rahmen der 5% ihres Etats, die nicht durch Pflichtaufgaben wie Grundsicherung und Sozialhilfe gebunden sind. Weiterhin wird es mit ihr einen Runden Tisch zur Problematik „Geburt und Familie“ geben.

Beigeordnete Katharina Brederlow

Beigeordnete Katharina Brederlow

Die Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt Halle, Frau Katharina Brederlow, sprach über den weiteren Bedarf derartiger Angebote in einer sich verändernden Lebenswelt. Die Frage „In welchem Umfang können wir uns solche Angebote leisten?“ stellt sich heute nicht mehr so krass wie noch vor einigen Jahren. Der Bedarf dafür ist eher zunehmend, auch deshalb, weil der Bevölkerungsschwund der Stadt gestoppt ist und Angebote für alle Bevölkerungsgruppen notwendig sind, die hier leben wollen. Frau Brederlow wünscht sich „eine durchaus streitbare Diskussion in der Kommune“ zu diesem Thema. Herr Habermehl vom Vorstand der „Software AG Stiftung“, einer Förderin des IRIS-Regenbogenzentrums, meinte dazu: „Wenn sich Stadt und Land das nicht leisten, werden die Folgekosten im sozialen Bereich später umso größer“.

Frau Korger, Frau Gailer

Frau Korger, Frau Gailer

Nach diesen Stellungnahmen aus der Politik erzählten die IRIS-Frauen Sigrun Korger und Gerlinde Gailer aus den 25 Jahren des Bestehens des Zentrums. Hervorgegangen aus der AG „Frauen, Mütter und Familie“ des Neuen Forums konnte die Arbeit am 1. November 1991 mit einer ersten geförderten Stelle für die Schwangerenberatung aufgenommen werden, in einem „heruntergekommenen Haus“ in der Schleiermacherstraße neben einem großen Kachelofen. Später kamen das Geburtshaus und die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle hinzu. Heute gibt es unter anderem Eltern-Kind-Kurse, Betreuung minderjähriger Mütter, Selbsthilfegruppen für Betroffene nach Fehl- und Totgeburten sowie Wochenbettdepressionen und Familien mit behinderten Kindern, die neben der medizinischen Betreuung das „normale Leben“ erleichtern sollen. Das Zentrum ist in Bundesmodellprojekte eingebunden, so zum Beispiel zur „Elternbildung in Kitas“. Jährlich werden die Angebote von ca. 10 000 Besuchern genutzt.

Dr. Herbert Renz-Polster,

Dr. Herbert Renz-Polster

Anschließend begann der fachliche Teil der Veranstaltung. Inés Brock als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin sprach über die „Folgen von Frühgeburtlichkeit und Kaiserschnitt für Mutter und Kind“, die bei allem „Segen“ der modernen Medizin mitbedacht werden müssen. Herr Dr. Herbert Renz-Polster, Kinderarzt und Buchautor aus der Nähe von Ravensburg, hielt den Festvortrag zum Thema der Tagung. In einem Feuerwerk an Bildern und Beispielen sprach er über das Spannungsverhältnis der Bedürfnisse von „Sicherheit und Wirksamkeit“ (Eingebundensein und Beziehung vs. Autonomie), in dem sich Kinder wie auch Erwachsene entwickeln. Dieses Spannungsverhältnis ist der „Entwicklungsmotor“, in dem Kinder (und auch Pubertierende und Erwachsene) die Fundamentalkompetenzen für das Leben erwerben: Emotionssteuerung und Selbstkontrolle, Empathie und Sozialkompetenz, innere und äußere (seelische und körperliche) Stärke (Resilienz) sowie Kreativität. Dieses Spann

Die Iris-Frauen mit der Ministerin

Die Iris-Frauen mit der Ministerin

ungsfeld ist der Aufgabenbereich, in dem sich die Arbeit des IRIS-Regenbogenzentrums bewegt. Wünschen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine weitere kreative und konstruktive Arbeit, in den nächsten 25 Jahren und darüber hinaus.

AK

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