Willy Brandt: man hat sich bemüht

18. September 2012 | Politik | Keine Kommentare

„Man hat sich bemüht“ ist die selbstgewählte Grabinschrift von Willy Brandt. Außerdem trägt eine neue Ausstellung im Ratshof in Halle (Saale) diesen Titel. In der ersten Etage sind noch bis zum 4. Oktober aus Anlass seines 100. Geburtstages Karikaturen des früheren Bundeskanzlers und langjährigen SPD-Chefs zu sehen, Die Bilder sind eine Auswahl aus tausenden Zeichnungen von mehr als 40 internationalen Karikaturisten.

Karikaturen sind gezeichnete Kurzkommentare. Sie bringen etwas auf den Punkt, indem sie übertreiben bzw. mit spitzer Feder überzeichnen. Karikaturen sind grotesk und humorig, ironisch, spöttisch, auch sarkastisch, und komisch. Und sie spiegelt auch die damalige politische Situation wieder, wird doch Brandt beispielsweise auf einer Zeichnung als trojanisches Pferd der Sowjetunion dargestellt.

Willy Brandt gehört zu den bedeutendsten Sozialdemokraten und zu den herausragenden europäischen Politikern des 20. Jahrhunderts. Er hatte viel übrig für die Zunft der Spott- Zeichner. Obwohl sie ihn nicht geschont haben, sah er in den meisten Karikaturen „bei aller Schärfe immer auch etwas Versöhnliches“.

Es gelte, Politiker die Unvergleichliches erreicht haben, im Gedächtnis zu halten, sagte Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados zur Eröffnung. Sie regte deshalb an, nach Brandt auf diese Weise auch andere Politiker im Ratshof zu ehren.

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