OB Wiegand unterzeichnet Resolution zum Erhalt der Unimedizin

18. September 2013 | Politik | 2 Kommentare

Die von Kürzungen oder gar der Schließung bedrohte Medizinische Fakultät samt Uniklinikum erhält nun auch Unterstützung von Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand. Das hallesche Stadtoberhaupt will die Resolution zum Erhalt der Uniklinik unterzeichnen. Das kündigte er im Rahmen einer aktuellen Stunde im Hauptausschuss an.

“Man zieht uns runter auf die Höhe von Magdeburg”, so Oberbürgermeister Bernd Wiegand nach einem Treffen mit Kultusminister Stephan Dorgerloh.

„Lassen Sie die Universitätsmedizin in Halle nicht sterben. Mit dem Abbau der Medizinischen Fakultät in Halle verlieren wir erst die Medizinstudenten und dann die Ärzte der nächsten Generation“, heißt es unter anderem im Text.

Zuvor hatte die Präsidentin der Landesärztekammer, Simone Heinemann-Meerz sich noch einmal für die Uniklinik stark gemacht. Zu etwaigen Plänen, die Vorklinik von Halle nach Magdeburg zu verlagern, sagte sie, dies erschließe sich ihr nicht. Denn laut Gutachten des Wissenschaftsrates erbringe die hallesche Vorklinik eine 245 prozentige Leistung von Magdeburg. Über das Gutachten des Wissenschaftsrates sei man „erschrocken“ gewesen. Hier stünden Dinge drin, die nicht reingehören, während gute Dinge nicht erwähnt seien. Die Ärzteschaft in Halle und in Sachsen-Anhalt sei überaltert, die Ärzterate pro Kopf sei nach Brandburg bundesweit am zweitschlechtesten, „wir brauchen ärztlichen Nachwuchs.“ Heinemann hob die relativ gute Bleibequote von Absolventen, die bei 64 Prozent liegt. Darauf sei man angewiesen, denn aus München oder Nordrhein-Westfalen komme niemand nach Sachsen-Anhalt. Auch wenn es Aussagen der Landesregierung zum Erhalt des Standorts gebe, sei die Fakultät noch lange nicht über den Berg, solange noch kein Strukturkonzept vorliege.

„Ich würde wünschen, wir als Stadt würden die Resolution mit unterschreiben“, sagte Dietmar Weihrich (Grüne), die Medizin müsse in vollem Umfang erhalten bleiben. Weihrich ging kurz auf den Investitionsstau von aktuell bereits 80 Millionen Euro. Hendrik Lange (Linke) sagte, „wir brauchen die Uniklinik als Maximalversorger.“ Es sei ein ganz gefährlicher Weg, öffentliche Daseinsvorsorge als Land aus der Hand zu geben. „Ich unterstütze es sehr, die Resolution zu zeichnen.“ Dies wäre ein „gutes Signal aus der Region.“ Der Investitionsstau sei laut Lange aufgetürmt, weil Halle seit Jahren als Standort in Frage gestellt werde, werde auch nur zögerlich investiert. Es brauche möglichst schnell ein Bekenntnis dazu, dass Halle als Standort der Medizinischen Fakultät bleibt. „Magdeburg geht da mit anderem Drive ran“, machte Lange deutlich. Gerry Kley (FDP) sagte, die Uni mit Hochschulmedizin und Klinikum sei für Halle essentiell. „Für uns ist wichtig, dass es diese Medizin gibt, und da sollten wir uns ganz klar positionieren.“ Kleys Befürchtung ist, dass die Attraktivität des Standorts leidet und weniger Menschen herziehen. Eine weitere Gefahr sei der Mittelabfluss, weil sich die Kranken in Leipzig und Jena behandeln lassen würden. Es sei eine Illusion, dass die Menschen nach Magdeburg zur Behandlung gehen. „Deshalb ist es wichtig, das der Rat und Oberbürgermeister ein Signal nach Magdeburg senden“, so Kley, der mal Gesundheitsminister im Land war.

Hier können Sie die Resolution herunterladen.

Print Friendly
2 Kommentare
  1. Profilbild von redhall

Kommentar schreiben