5-Milliarden-Programm zur Digitalisierung in den Schulen

19. Oktober 2016 | Bildung und Wissenschaft, Politik | Keine Kommentare
Der Bildungsminister bei den Grünen. Fotoquelle: Twitterac. W. Aldag

Der Bildungsminister bei den Grünen. Fotoquelle: Twitterac. W. Aldag

Nach der Ankündigung des Programms der Bundesbildungsministerin, die IT-Ausstattung der Schulen mit fünf Milliarden Euro bundesweit auf einen neuen Stand zu bringen, hat heute Bildungsminister Marco Tullner dieses für Sachsen-Anhalt vorgestellt. Dazu kommentiert der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Wolfgang Aldag:

„Ich freue mich über das Bundesprogramm und die heutige Ankündigung von Minister Marco Tullner. Besonders freue ich mich, dass die Schülerinnen und Schüler bald in die Lage gebracht werden, zeitgemäße Materialien ebenfalls im Unterricht verwenden zu können. Daher ist für mich die Kritik des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, an dem Digitalisierungsprogramm nicht nachvollziehbar – sogar rückständig.“

 „Unsere Schulen in Sachsen-Anhalt benötigen dringend diese technische Verbesserung. Sie hängt aber an erster Stelle am Ausbau des IT-Netzes im Land. Die Anbindung an das Breitbandnetz bis zum Jahresende 2018 in unserem Bundesland ist ein ehrgeiziges Ziel, das zu schaffen immer wichtiger wird. Wichtig hierbei ist der Anschluss des ländlichen Raums an dieses Netz. So müssen auch Schulen auf dem Land gleichermaßen vom Bundesprogramm profitieren können.“

 „Computer, Smartphones und Tablets sind inzwischen aus unserem privaten und beruflichen Alltag, nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger ist es, den Kindern bereits ab dem Grundschulalter einen guten, sicheren und nützlichen Umgang mit IT-Geräten und Internet beizubringen. Einer der geeigneten Lernorte hierfür ist außer Frage das Klassenzimmer. Die IT muss endlich in der Schule ankommen. Technische Geräte und Internetzugang alleine reichen nicht aus. Wir brauchen ein entsprechendes medienpädagogisches Konzept sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrkräfte. Ich werde diesen Prozess in den kommenden Jahren aktiv mitgestalten und weiterentwickeln.“

Eine weitere Stellungnahme zum Thema lag dem Hallespektrum von der Fraktion „Die Linke“ vor. Zur Bildungsoffensive digitale Wissensgesellschaft des Bundes erklärt der netzpolitische Sprecher Hendrik Lange:

„Endlich hat sich der Bund zu einer konkreten Förderung der Schulen durchgerungen. Das Ausstattungsprogramm zur digitalen Infrastruktur der Schulen muss nun zügig umgesetzt werden.

Hierzu braucht es konkrete Absprachen zwischen Land und den für Schulausstattung zuständigen Kommunen. Insbesondere die Förderkriterien müssen festgelegt werden. Zudem muss sich die Förderung in die derzeitigen Schulbauprogramme um Stark III eingliedern lassen. Zu klären ist auch, wer die Betreuung der neuen digitalen Infrastruktur übernimmt. Hierzu braucht es Lösungen jenseits der Beauftragung von InformatiklehrerInnen.

DIE LINKE wird dazu eine Selbstbefassung im Bildungsausschuss und im Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitales beantragen.
Breitbandanschlüsse und Computertechnik bringen allein noch keine bessere Lernatmosphäre und keine besseren Lernerfolge. Sie sind wichtige Voraussetzungen. Um sie zum Tragen zu bringen, braucht es von Firmeninteressen unabhängige Qualifizierungsangebote auch schon in der Lehrerausbildung, die auf den pädagogischen Prozess gerichtet sind. Die Fraktion DIE LINKE erwartet hier mehr Engagement der Landesregierung.

Schaut man auf das Gesamtproblem der Bildungsfinanzierung, passt vieles nicht zusammen. Es ist an der Zeit, dass sich Bund und Länder verständigen, wo das Geld im Bildungssystem am Nötigsten gebraucht wird. Auf der Grundlage dieser Prioritäten sollte ein abgestimmtes Paket von Bundesprogrammen entwickelt werden. Am Ende aber bleibt unsere Forderung, das Kooperationsverbot in der Bildung zu kippen, damit der Bund seiner Verantwortung nachkommen kann, eine dauerhafte Förderung von Bildungsaufgaben zu gewährleisten.“

Dazu ein Kommentar.

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