Die Grünen: Mit Standortargumenten punkten

25. November 2016 | Politik, Umwelt + Verkehr | 6 Kommentare
Cornelia Lüddemann rollt elektrisch zum Landtag

Cornelia Lüddemann rollt elektrisch zum Landtag

Deutschland hat bei der E-Mobilität Nachholbedarf, besonders Sachsen-Anhalt:
– Der Standort Sachsen-Anhalt muss besser verkauft werden.
– Die Verwaltungen müssen E-Autos verstärkt nutzen, damit sich
die Nachfrage erhöht und die Ladeinfrastruktur gepuscht wird.
– Ansässige Firmen, wie beispielsweise die MIFA, müssen auf
ihrem Weg in die Zukunft unterstützt werden.
– Durch modellhaften Einsatz im Überlandverkehr kann Sachsen-Anhalt
Vorreiter im Bereich E-Busse werden.
Dazu Statements der Vorsitzenden und verkehrspolitischen Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag von Sachsen-Anhalt, Cornelia Lüddemann, im Rahmen der Aktuellen Debatte über Chancen der E-Mobilität:

„Im letzten Jahr war Sachsen-Anhalt Schlusslicht bei neu zugelassen E-Autos, nur 1,9 Autos von 10.000 Autos waren E-Autos. Sogar Meck-Pomm mit 2,1 Autos, Thüringen mit 2,4 und Brandenburg mit 3,1 waren nachfragseitig etwas besser aufgestellt.“

„Der Tenor ,Wir haben gute Ansätze im Bereich Forschung und Zulieferindustrie für E-Mobilität und wir wollen dies nutzen‘ mag richtig sein. Nun aber kommt es drauf an, mehr auf der Nachfrageseite zu tun. Wichtige Stellschraube sind dabei die Verwaltungen. Natürlich auf Landes- aber auch auf Kreis- und vor allem auf kommunaler Ebene.“

„Elektrobusse haben ein großes Potenzial. Dies gilt gerade für die Städte, wo Straßenbahnen existieren. Hier gibt es bereits das elektro-technische Know-how. Ich denke da an meine Heimatstadt Dessau-Roßlau, aber eben auch an Halle. In Halle gibt es sogar schon eine Machbarkeitsstudie zu einer Linie.“

„Neben Pkw und Bussen ist die dritte große Säule der Elektromobilität der Radverkehr. Der Verkauf von Elektrofahrrädern ist bundesweit eine Erfolgsgeschichte! 2015 wurden 535.000 Stück verkauft. Auch in Sachsen-Anhalt sieht man sie immer öfter. Vor allem in den hügligen Regionen im Süden/Südwesten überzeugen E-Räder.“

„Im Gegensatz zu E-Pkw und E-Bussen haben wir bei den E-Rädern hier bei uns in Sachsen-Anhalt herstellerseitig mit MIFA schon einen wichtigen Akteur im Land. Nach langem Bangen soll es nun mit dem neuen Werk wieder mit großen Schritten vorangehen. MIFA war schon vor der Insolvenz über die E-Biketochter GRACE gut im Geschäft. Da muss jetzt noch stärker angesetzt werden, denn Elektrofahrräder versprechen höhere Gewinnmargen, höhere Löhne für die Beschäftigten und sichern den Standort. MIFA hat das Zeug, eine Erfolgsstory der Elektromobilität in Sachsen-Anhalt zu werden.“

„Was in Sangerhausen auf einem guten Weg ist, sollte gerade auch bei den PKW möglich sein. Bei der Bewerbung für die Batteriefertigung von VW hat es leider nicht so gut geklappt. Die Batteriefertigung, zumindest ein Pilotprojekt, wurde in der letzten Woche offiziell nach Salzgitter vergeben. Sachsen-Anhalt hätte hier Chancen gehabt. Wir liegen geographisch günstig zwischen den VW-Produktionsstandorten in Niedersachsen und Sachsen. In Dresden, in der gläsernen VW-Fabrik, werden jetzt auch Elektroautos hergestellt. Hier müssen wir aber weiter dran bleiben. Unsere Standortargumente sind gut. Wir können punkten, wenn wir politisch noch stärkere Signale setzen.“

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