Demo gegen Grenzkontrollen auf dem halleschen Marktplatz

14. September 2015 | Politik | 10 Kommentare

Seit Sonntag wird an den deutschen Außengrenzen teilweise wieder kontrolliert, insbesondere von Österreich nach Bayern.

Am Montag wurde deshalb auf dem halleschen Marktplatz gegen die Einführung der Grenzkontrollen demonstriert. „Flucht ist kein Verbrechen, sondern dessen Konsequenz“, war auf einem Banner zu lesen oder „Für ein Recht auf Rechte, gegen rassistische Gesetz“ sowie „Bleiberecht für Alle“.

Kritik kommt auch von der Initiative Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage. Bereits heute habe sich gezeigt, dass dieses Signal eine Kettenreaktion in Gang gesetzt habe. Denn Österreich hat am heutigen Mittag ebenfalls die Grenzen nach Ungarn geschlossen.

„Gerade vor wenigen Tagen lobt Bundeskanzlerin Merkel das Engagement Tausender Menschen für Geflüchtete und erklärt das Willkommen der Geflüchteten zur nationalen Aufgabe. Nun Grenzkontrollen innerhalb Europas wieder einzuführen konterkariert nicht nur die europäische Idee, sondern auch die Arbeit vieler Ehrenamtlicher“, so Christof Starke einer der Sprecher des Bündnisses.

Gerade die deutsche Erfahrung sollte deutlich gemacht haben, dass Mauerbau und Grenzen keine Problemlösung darstellen. Die Geflüchteten verschwinden ja nicht einfach, nur weil europäische Staaten Abschottung statt Menschlichkeit praktizieren. Städte wie Halle haben Platz und wollen Menschen willkommen heißen. Die Bereitschaft zur Aufnahme von Geflüchteten sei groß, heißt es von der Initiative. In Halle nahmen über Tausend Menschen bei dem Willkommensfrühstück im August in der Neustadt teil. Die Bereitschaft zum Engagement sei ungebrochen.

„Die Grenzschließung hat alleinig den Effekt Hilfesuchende zu kriminalisieren und Fluchthilfe um so nötiger zu machen“, ergänzt Ute Larsen für das Bündnis Halle gegen Rechts.

Print Friendly, PDF & Email
10 Kommentare

Kommentar schreiben