Bildungsausschuss setzt sich einstimmig für Planetarium ein

5. Februar 2013 | Politik | 1 Kommentar

Die geplanten Kürzungen bei den Sachkosten für das Raumflugplanetarium auf der Peißnitz sind vom Tisch, wenn es nach dem Votum des Bildungsausschusses geht. Einstimmig votierte das Gremium am Dienstagabend dafür, die Kürzung bei den Sachkosten rückgängig zu machen. Die notwendigen 20.000 Euro sollen den Haushalt aber nicht belasten. Stattdessen kam im Laufe der Diskussion heraus, dass das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) erhöhte Betriebskosten im Ansatz eingestellt hat – für die Beseitigung von Hochwasserschäden. Nun soll der Betriebskostenansatz entsprechend gesenkt werden.

Eine Stunde debattierten die Räte über die Zukunft der Einrichtung. Zunächst gab es Diskussionen darum, dass die Linken in ihrem Antrag keinen Deckungsvorschlag angegeben hatten. Diese Problematik konnte aber gelöst werden.

Katja Raab (FDP) äußerte vorsichtige Bedenken in den Standort zu investieren, wenn die Zukunft nicht geklärt ist. Schließlich liege das Planetarium im Hochwassergebiet, die Technik sei veraltet. So bestehe die Gefahr, dass der Projektor aus dem jahr 1977 ausfalle, meinte Raab. Er werde nur noch mit alten Ersatzteilen weiterbetrieben. Rene Trömel (Linke) erklärte, er könne eine Zuschusskürzung nicht nachvollziehen. „Ich bin dafür, Mittel einzustellen. Nicht nur als Naturwissenschaftlerin“, sagte Annegret Bergner (CDU). Sie forderte aber, wie auch andere Räte, ein schriftliches Konzept zur Zukunft der Einrichtung. Möglich sei eine Integration in das Saline-Technikum. Der Ausschuss sollte den Mumm haben, sich für die Einrichtung zu bekennen, meinte Hendrik Lange (Linke). „Niemand weiß, ob das nächste Ersatzteil vorrätig ist oder ob der Monteur das Zeitliche segnet“, brachte dagegen Martin Bauersfeld (CDU) in die Diskussion ein. Grund: der Projektor wird von einem alten Carl-Zeiss-Techniker gewartet, der schon in Rente ist. „Der Projektor ist kein neues Problem“, meinte Sabine Wolff (Neues Forum). Die Flickschusterei löse das eigentliche Problem nicht, sondern erhöhe die Betriebskosten. „Ich wette, wir diskutieren dieselbe Problematik im nächsten Jahr wieder.“

Roland Hildebrandt (CDU) schlug alternativ eine Prüfung des Planetariums in Kanena vor. Beide Einrichtungen seien nicht vergleichbar, machte Hendrik Lange klar. Kanena sei nur eine einfach Sternwarte und außerdem zu klein. Ähnliche Aussagen waren auch von anderen Räten zu hören. Katharina Brederlow, amtierende Fachbereichsleiterin Bildung, erklärte in dem Falle müssten beispielsweise die entstehenden Kosten geklärt werden. Daneben zweifelte sie an, ob die nötigen Unterrichtsmittel vorhanden sind.

Oberbürgermeister Bernd Wiegand hatte im Rahmen der Haushaltsaufstellung den Mehrbedarf von 20.000 Euro gestrichen. Es habe nicht ausreichend dargelegt werden können, weshalb die Einrichtung plötzlich mehr Geld brauche, sagte er.

Weiterführende Links:
Planetarium vor dem Aus
Planetarium: laut Wiegand keine Schließung vorgesehen

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