Sonntagmorgen auf der Saale

23. August 2016 | Nachrichten, Natur & Gesundheit | 2 Kommentare
Giebichenstein

Die Saale am Giebichenstein

Das Gesicht von Halle als „Stadt am Fluss“ wird wesentlich durch die Flussarme der Saale und die dazwischenliegenden Inseln geprägt. In der Mitte zwischen Alt- und Neustadt gelegen, zieht sich die Saaleaue wie ein grünes Band durch das Stadtgebiet. Mit dem Wassertouristikkonzept aus dem Jahr 2015 will Halle dieses Potential noch besser nutzen und erschließen. Und auch das bevorstehende Großereignis, das Laternenfest, spielt sich am und auf dem Wasser ab.
Die „Stadt am Fluss“ kann man am besten vom Wasser aus erleben, deshalb begab sich Hallespektrum an einem Sonntagmorgen im August mit dem Redaktions-Paddelboot auf Erkundungstour.

Das Wehr glitzert im Gegenlicht

Das Gimritzer Wehr

Das Gimritzer Wehr

Gegen 9 Uhr ist der Fluss noch ruhig, nur ein einzelner Ruderer zieht schon seine Bahn auf dem Wasser. Unser Startpunkt ist der Stadthafen, das Wehr glitzert im Gegenlicht. Wir fahren stromabwärts durch die Peißnitzbrücke, stromaufwärts müsste man von hier aus schleusen. Die Nisthilfen für die Schwalben unter der Brücke sind unbenutzt, die Rauchschwalben haben eigene Nester unter die Streben geklebt. Sie umkreisen uns so dicht, dass mich fast ihre Flügelspitzen streifen. Rechts von uns (steuerbord) sind die Wiesen rund um die Fontäne noch menschenleer, nur vereinzelte Jogger sind unterwegs. Links (backbord) am Rand des Naturschutzgebiets Peißnitz-Nordspitze ragen die Bäume weit über das Wasser, ein Reiher wartet am Ufer auf Beute und lässt sich von uns nicht stören. Kurz blitzt das blaue Gefieder eines Eisvogels auf, zu kurz für meine Kamera. Ein Apfelbaum hängt seine Äste so weit herüber, dass
wir die Äpfel vom Boot aus erreichen können. Wir essen den Nutrias ein paar davon weg. Ein Stück weiter wachsen uns die Brombeeren fast in den Mund, im dichten Gestrüpp hängt ein inzwischen verlassenes Vogelnest, klein und rund, vielleicht vom Zaunkönig?

Nutrias an der Saale

Nutrias an der Saale

Ein Stück weiter packt ein Angler gerade seine Sachen ein und begibt sich auf den Heimweg. Die „Marie-Hedwig“ schläft noch, aber die Fahrgastschiffe der Reedereien Arona und Riedel werden schon startklar gemacht. Ein junges Paar mit Kind sitzt am Ufer im Amselgrund, die Kleine winkt uns begeistert zu. Ein paar Enten werden von einem Hund ins Wasser gejagt. Jetzt im Spätsommer blüht hier der Blutweiderich, auch eine Blumenbinse schmückt das Ufer. Die Glocken der Kröllwitzer Petruskirche läuten, als wir unser Boot an der Engstelle unterhalb der Klausberge wenden – fast 10 Uhr. Flussabwärts hören wir schon das Trothaer Wehr rauschen, weiter ginge es nur durch die Schleuse.

Die Tische werden eingedeckt

Klausberge

Spaziergänger auf den Klausbergen

Die ersten Spaziergänger sind schon auf den Felsen unterwegs. Im „Krug zum grünen Kranze“ werden die Tische eingedeckt. Auf dem Rückweg werden wir von zwei Motorbooten überholt, der Bootsverleih hat geöffnet. Bis zum Nachmittag wird der Fluss voller Kanus, Tret- und Motorboote sein. Auch der erste Dampfer hat abgelegt, die „Stadt Halle“ fährt in Richtung Peißnitzbrücke und schüttelt unser Boot ordentlich durch. Auf der Ziegelwiese leert ein Fahrzeug der Stadtwerke die Papierkörbe, insgesamt ist es hier aber angesichts der zahlreichen Gäste am Vorabend sehr sauber. Am Saalestrand sind die ersten Familien mit Fahrrädern und Picknickausrüstung angekommen, am gegenüberliegenden Ufer dreht die Peißnitzbahn ihre erste Runde.

Der Reiher

Der Reiher

Bis zum Abend werden noch viele Menschen die unvergleichliche Landschaft der Saaleaue inmitten der Stadt nutzen und genießen, bis in der Dämmerung anstelle der Schwalben die Fledermäuse über dem Wasser ihre Runden drehen und Insekten jagen. Diese Idylle am Fluss gehört zu den Dingen, die Halle unverwechselbar machen und von auswärtigen Gästen erstaunt entdeckt werden. An der Saaleaue mit ihren Auenwäldern und Naturschutzgebieten in
unmittelbarer Nachbarschaft gut erschlossener Anlagen hängt ein großes Stück Lebensqualität für alle Hallenser. Sie zu erhalten und zu schützen sollte uns allen ein Anliegen sein.

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