Runder Tisch „Geburt und Familie“ nimmt Arbeit auf

11. November 2016 | Natur & Gesundheit, Politik | Keine Kommentare
Ministerin Petra Grimm-Benne

Ministerin Petra Grimm-Benne

Magdeburg. Was ist notwendig, damit alle Frauen in Sachsen-Anhalt einfach und niedrigschwellig Unterstützung durch Hebammen erhalten können? Welche Weichen können im Land gestellt werden? Dieser Frage geht ein „Runder Tisch Geburt und Familie“ nach, der sich heute auf Einladung des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration in Magdeburg konstituiert hat. Ergebnisse sollen Ende 2017 vorgelegt werden. „Drei Ziele stehen im Mittelpunkt: die natürliche Geburt stärken, den Bedarf decken und die Qualität sichern“, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne zum Auftakt.

Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden, Krankenkassen, Ministerium und Politik gehen in den kommenden Monaten in Arbeitsgruppen werten regionale Bedarfe aus, diskutieren über die Themen Ausbildung und Finanzierung und analysieren, wie die Wahlfreiheit des Geburtsortes gewährleistet sein kann. In der Koalitionsvereinbarung war im Frühjahr festgelegt worden, diesen Prozess noch 2016 auf den Weg zu bringen.

Ministerin Grimm-Benne: „Die Freiheit zu wählen, ob ein Kind im Krankenhaus oder zum Beispiel zu Hause zur Welt kommen soll, ist gefährdet, wenn es zu wenige Hebammen gibt, die Hausgeburten betreuen.“ Vor dem Hintergrund von extrem stark steigenden Haftpflichtprämien drohe die Zahl der Hebammen, die Hausgeburten betreuen, weiter zu sinken.

Laut Statistischem Landesamt waren 2014 in Sachsen-Anhalt 273 Hebammen tätig. Damit wurden erstmals seit 2004 leicht rückläufige Zahlen (2013: 276) verzeichnet. Alle Hebammen und Entbindungspfleger sind ambulant oder ambulant und stationär tätig. Fest angestellt in Krankenhäusern waren 2016 rund 84 Prozent (229), rund 16 Prozent waren ausschließlich ambulant tätig. Die Zahlen der Berufsverbände weichen davon ab. Der Landeshebammenverband zählt aktuell 330 registrieren Mitglieder.

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