„Viel gut Gesang da lautet wohl“.

26. Februar 2017 | Kultur, Veranstaltungen | Keine Kommentare

Ein Konzert mit der Lautten Compagney Berlin und dem Vocalconsort Berlin findet am Donnerstag, 2. März 2017, 20 Uhr, in den Franckeschen Stiftungen, Freylinghausen-Saal, statt. Unter einem als Motto dienenden Luther-Wort lädt das Konzert im Freylinghausen-Saal des Historischen Waisenhauses zu einer musikalischen Zeitreise mit den Liedern der Reformation ein.

Ausgehend vom Lied der Reformationszeit und unter Berücksichtigung sogar noch älterer Vorgänger wird ein Bogen über das weitere 16. Jahrhundert bis hin zu Kompositionen der Spätrenaissance und des Barock gespannt. Mit der Lautten Compagney verspricht eins der führenden Alte-Musik-Ensembles in Europa, das sich mit der Wiederaufführung vergessener Werke und einer frischen Musizierweise einen Namen gemacht hat, höchsten Musikgenuss. Das Konzert wird mit einem Grußwort von Dr. Gunnar Schellenberger, Staatssekretär für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, eröffnet.

Das Kirchenlied zählt neben der volkssprachlichen Bibel zu den bekanntesten Errungenschaften der Reformation. Vollkommen neu aber war es nicht. Bereits im 15. Jahrhundert gab es volkssprachliche geistliche Lieder, und auch ältere weltliche Lieder haben das Kirchenlied mit beeinflusst: Das im Konzert erklingende Nun ruhen alle Wälder etwa hatte zuvor einen weltlichen Text.

Martin Luther schätzte die Musik und war selbst hochmusikalisch. Unter seinen Freunden findet sich so auch der Torgauer Kantor Johann Walter, dessen Bedeutung für das junge evangelische Kirchenlied kaum zu überschätzen ist. Viele Melodien und Kompositionen gehen auf Walter zurück, vieles ist bis heute vertraut.

Freylinghausen-Saal

Die Freude am geistlichen Gesang lebte nach der Reformation fort und so nahm der Liedgutbestand ständig zu. Parallel wurde das Liedgut der Reformationszeit zu einem festen Grundbestand, der immer wieder neu komponiert wurde. Zum Reformationsgedenken darf natürlich Luthers Ein feste Burg ist unser Gott nicht fehlen. In der Reformationszeit selbst war aber ein anderes Lied weiter verbreitet: Es ist das Heil uns kommen her von Paul Speratus. So bietet das Konzert basierend auf der neuesten Forschung spannende Einblicke in das Reformationslied und seine Geschichte.

Das Konzert findet im Rahmen des Internationalen hymnologischen Symposiums „mit kräfftigen Gesängen die Gemeinde GOttes zu erbauen“. Das Lied der Reformation im Blickpunkt seiner Rezeption statt.

Eintritt: 15 Euro, erm. 8 Euro

Karten ab sofort im Infozentrum im Francke-Wohnhaus (Haus 28)

Deutschlandradio Kultur sendet am 14. März 2017 um 20.03 Uhr einen Konzertmitschnitt

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