MOMENTO MUSICALE brilliert seit 25 Jahren

8. Mai 2017 | Kultur | Keine Kommentare

Qualitätshörer kennen das Hallesche „Quintett MOMENTO MUSICALE“ natürlich schon lange. Es ist ein wesentlicher Bestandteil in der klassikgeprägten Musiklandschaft in Sachsen-Anhalt. Am 7.Mai 2017 bestritt es im Händelhaus das 7.Kammerkonzert mit Werken von Giovanni Bottesini (1828-1881) und Alexander Borodin (1833-1887). Ausgewählt waren die beiden Komponisten, weil beide als Multitalente Anerkennung fanden: Bottesini widmete sich seinerzeit zu Beginn seiner Karriere eher zufällig dem Kontrabass. Nachdem er sich einen wertvollen Kontrabass von Carlo Antonio Testore aus dem Jahre 1716 gekauft hatte, konzertierte er mit diesem Instrument in der ganzen Welt. In Kuba legte er den Grundstein für seine Karriere als gefeierter Solist, Dirigent und Komponist. Er bereiste die USA und ganz Europa. 1871 dirigierte Bottesini die Uraufführung von Verdis „Aida“ in Kairo. Unter seinen Kompositionen finden sich mehrere Sinfonien, Streichquartette- und Quintette, ein Oratorium, ein Requiem sowie Kammermusik und Konzerte für den Kontrabass. Durch sein enormes Talent war es ihm möglich, für die spieltechnischen Möglichkeiten des Kontrabasses neue Maßstäbe zu setzen. Borodin engagierte sich neben seinem Musikstudium als Mediziner und Naturwissenschaftler. Viele Kompositionen hinterließ er nicht. Bekannt sind heute noch seine „Polowetzer Tänze“.

Kontrabassist Steffen Slowik führt in das Konzert ein

Aufgeführt wurden Bottesinis Gran Quintetto c-Moll op.99 sowie Borodins Streichquintett f-Moll. Nach einführenden Worten von Steffen Slowik spielten die Musiker höchst professionell, getragen von großer Spielfreude und sehr harmonischem Zusammenspiel. Man spürte, dass sie hier ihren Gefühlen freien Lauf lassen konnten, sich nicht in einen orchestralen Rahmen und in die Vorstellungen eines Dirigenten einfügen mussten. Besonders bemerkenswert und voller Ausdruckskraft war das kraftvolle Violinenspiel von Dorothée Stromberg. Aber auch die anderen Musiker, allesamt Meister ihres Faches, kann man nur loben: Andreas Tränkner, Violine, Michael Clauß, Viola, Hans-Jörg Pohl, Violoncello, und Steffen Slowik. Gespannt lauschten die zahlreich erschienen Konzertbesucher und bedankten sich mit ausgiebigem Beifall.

Quintett MOMENTO MUSICALE bedankt sich

Seit nunmehr 25 Jahren musizieren die hervorragenden Instrumentalisten neben ihrer Haupttätigkeit in der Staatskapelle erfolgreich in diesem Ensemble. Sie sind zumeist Stimmführer der Staatskapelle Halle. Einige von ihnen sind Wettbewerbspreisträger. Auf ihrer Homepage (http://www.strechquintett.de/quintett/ ) erfährt man: „Großen Wert legt das Ensemble auf stilistische Besonderheiten der jeweiligen Epochen. Außerdem haben Mitglieder des Ensembles einen Lehrauftrag für Kammermusik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Es liegen Rundfunk- und CD-Aufnahmen von diesem Ensemble vor. Konzerteinladungen nach Frankreich und Dänemark, nach Berlin ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt und in das Jagdschloß Grunewald, zum Hohenloher Musiksommer nach Baden-Württemberg, in den Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz, in das Bachmuseum Leipzig sowie in das Händelhaus Halle/ Saale sind Beispiele für die Tätigkeit dieses Ensembles. Diese Instrumentalisten arbeiten außerdem mit Pianisten und Bläsern zusammen, so zum Beispiel mit dem sensationellen Preisträger des Reine-Elisabeth-Wettbewerbs Brüssel 2003, dem 17-jährigen Pianisten Wen Yu Shen, mit der Bachpreisträgerin Ragna Schirmer, dem Traversflötisten Andreas Kröper und mit dem israelischen Dirigenten und Cembalisten Shalev Ad-El.“
Das Jubiläum wird hoffentlich noch angemessen gefeiert.

H.J. Ferenz

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