Kunst-Kammer Kuppelsaal

6. August 2017 | Kultur | 1 Kommentar

Damals, beim Umbau der Moritzburg vor fast 20 Jahren, war  er versenkt worden,  ein Teil des Schatzes, den das Museum in den über 100 Jahren seines Bestehens angesammelt hatte, vor allem die 8000 Objekte umfassende Sammlung aus dem Bereich Kunsthandwerk und Design. Um Baufreiheit zu haben, waren die kostbaren Stücke in Kisten und Kartons eingepackt und notdürftig in der Neuen Residenz abgestellt worden. Doch als der Museumsbau fertig war, gab es zwar neue Ausstellungsflächen, aber kein Depot mehr. So musste der Schatz bleiben, wo er war: unsachgemäß gelagert und kaum mehr zugänglich für die Mitarbeiter.

Jetzt aber hat man ihn gehoben und ihm mit dem zum Depot umgestalteten historischen Kuppelsaal wieder in der Moritzburg selbst einen  würdigen Rahmen gegeben.  6000 Objekte der Sammlung wurden neu katalogisiert und – nach Materialien  geordnet – in acht große Glasschränke sortiert: Kunst-Stücke von der Antike bis zur Gegenwart; aus Glas, Stein, Porzellan, Metall, Holz und anderen Materialien.

Vielfalt und Glanz

In einem Extra-Schrank präsentiert: Von Gustav Weidanz entworfene Puppen

Die nun sichtbare Vielfalt und der Glanz dieser Sammlung haben vielleicht sogar die Museumsmitarbeiter selbst ein wenig überrascht. Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich jedenfalls präsentierte sie am Freitag mit sichtbarer Freude und im stolzen Bewusstsein, dem Museum damit ein Stück seiner Identität zurück zu geben. Denn bei seiner Gründung 1885 war das Museum ausdrücklich auch für das Kunsthandwerk bestimmt worden, das schon damals in der Burg Giebichenstein angesiedelt war. So bilden Kunsthandwerker und Designer aus dem Umkreis der Burg Giebichenstein,  von Hedwig Bollhagen über  Gustav Weidanz bis zu Gertraud Möhwald, einen wichtigen Teil der Sammlung. Gut, dass sie nun auch in der Moritzburg angemessen vertreten sind.

Eingeschränkte Zugänglichkeit

Allerdings eben nur im – wenn auch schönen – Kuppelsaal-Depot. Depot heißt in diesem Falle, dass zwar jedes Objekt sichtbar und nummeriert, aber nicht gesondert präsentiert ist. Das ist interessant vor allem für Fachleute. Deshalb heißt das Ganze auch nicht Ausstellung, sondern Studiensammlung. Für das große Publikum macht ein Besuch nur Sinn im Rahmen öffentlicher Führungen.

Die sollte man nun wirklich wahrnehmen!

Erste Führungen durch die Studiensammlung am 12. und 19. August, dann jeden 3. Samstag, jeweils 15 Uhr. Anmeldung unter 0345/2125911.

Besondere Stücke der Sammlung werden in der Moritzburg  ab 9. September in jenen Räumen ausgestellt, die durch den Abzug der Gerlinger-Sammlung frei geworden sind.

Eva Scherf

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