Kritik an Staatskapelle: Kultusministerium verteidigt Zahlen

15. November 2013 | Kultur | 1 Kommentar

Das Kultusministerium Sachsen-Anhalt hat die Kritik an den Äußerungen von Minister Stephan Dorgerloh zurückgewiesen. Dieser hatte erklärt, jede Musikerstelle der Staatskapelle schlage mit 80.200 Euro zu Buche.

Diese Zahlen seien keine „gezielten Falschangaben“, wie es in einer Erklärung des Orchestervorstandes heißt. „Diese Kennziffern stammen vom Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOO), Rolf Stiska, selbst“, so das Kultusministerium. In einem Schreiben Stiskas an den Kultusminister vom 7. November 2012 wurden in der Anlage für die Spielzeit 2012/2013 für die Musiker Kosten in Höhe von 9,7 Millionen Euro angegeben. Für die im selben Schreiben veranschlagten 121 Vollbeschäftigteneinheiten im Haustarifvertrag (auf denen die in der Rede des Ministers genannten 137 Musiker geführt werden) belaufen sich demnach die Kosten pro Stelle auf rund 80.200 Euro, wie Stiska selbst ausführt. Weiterhin schreibt der Geschäftsführer: „Der Blick auf die Beschäftigtenstruktur und auf die Personalkosten belegt eindeutig, dass der Kosten- und Problemschwerpunkt bei der Staatskapelle liegt.“

Im Hinblick auf die Ermittlung von Abfindungszahlungen für die Musiker der Staatskapelle nannte der Geschäftsführer der TOO Halle in einem Schreiben vom 11.November dieses Jahres sogar Summen von über 88.000 Euro (zum 1. Juli 2018) bis 95.000 Euro (im Jahr 2021). Die Behauptung, die Zahlen seien von Seiten des Ministers falsch oder aus der Luft gegriffen, entspreche demnach nicht den Tatsachen. Vielmehr scheine bei den tatsächlichen Personalkosten der Staatskapelle Halle zwischen der Geschäftsführung und dem Orchestervorstand ein unterschiedlicher Kenntnisstand zu bestehen.

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