Händel-Forschungspreis an Nachwuchs-Wissenschaftler vergeben

10. Juni 2014 | Kultur | Keine Kommentare

Am Dienstag wurde der mit 2.000 Euro dotierte Internationale Händel-Forschungspreis der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft im Kammermusiksaal des Händel-Hauses vergeben.

händel-stipendiumAusgezeichnet wurden Dr. Dominik Höink, Münster, und Prof. Dr. Rebekka Sandmeier, Cape Town, für ihre rezeptionsgeschichtliche Grundlagenstudie „Aufführungen von Händels Oratorien im deutschsprachigen Raum (1800–1900). Bibliographie der Berichterstattung in ausgewählten Musikzeitschriften“, die Publikation erscheint im Herbst 2014, und Matthew Gardner, Heidelberg, für seine Edition der „Wedding Anthems“ HWV 262 und 263 im Rahmen der Hallischen Händel-Ausgabe, soeben erschienen im Bärenreiter-Verlag Kassel.

Der Preis ist wird gefördert durch die Stiftung der Saalesparkasse. Der Jury zur Vergabe des Preises gehören außer dem Präsidenten der Händel-Gesellschaft, Herrn Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann (Halle), die Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Silke Leopold (Heidelberg), der Händel-Forscher Prof. Dr. Donald Burrows (Cranfield, GB), der Referent für die Hochschulen im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft, Herr Thomas Neumann, sowie der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung der Saalesparkasse, Herr Jan-Hinrich Suhr, an.

Mit ihrer Entscheidung würdigt die Jury auf der einen Seite Konzept und Resultat des Projekts von Dominik Höink und Rebekka Sandmeier, da es gezielt und auf internationaler Ebene den wissenschaftlichen Nachwuchs einbezieht und fördert. Die Arbeit entstand im Rahmen des Nachwuchswissenschaftlerprojekts des Exzellenzclusters „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne“ der Universität Münster, beteiligt waren Studierende aus Deutschland und Südafrika. Im Ergebnis liegt ein wissenschaftlich solides und zudem benutzerfreundliches Nachschlagewerk vor, das Bestand haben wird und auf das die Forschung sich in rezeptionsgeschichtlicher Hinsicht künftig beziehen kann. Auf der anderen Seite würdigt die Jury eine philologisch hervorragend gearbeitete Edition, die den Herausgeber Matthew Gardner als Händel-Forscher und Herausgeber weiterer Händelscher Kompositionen empfiehlt. Mit der Teilung des Preises soll die Aufmerksamkeit dezidiert auf die Bandbreite der Möglichkeiten in der Händel-Forschung gelenkt werden, um damit auch künftig Wissenschaftler aus unterschiedlichen Bereichen zu ermuntern, ihre Bewerbungen einzureichen.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der Eröffnung der Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz der diesjährigen Händel-Festspiele „Händel und die Musikgeschichte des Hauses Hannover“ statt. In ihren Grußworten würdigten der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Marco Tullner, die Beigeordnete für Kultur und Sport der Stadt Halle, Frau Dr. Judith Marquardt, sowie der Dekan der Philosophischen Fakultät II der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Herr Prof. Dr. Gerd Antos, die Bedeutung der Händel-Forschung für das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Halle als Wissenschaftsstandort. Der Präsident der Händel-Gesellschaft begrüßte die Gäste und hob die internationale Resonanz auf die Ausschreibung des Preises hervor, die Bewerber kommen aus Finnland, Italien, Österreich, Südafrika und Deutschland. Die Laudatorin, Frau Prof. Dr. Silke Leopold, würdigte neben der inhaltlichen Vielfalt und der Qualität der eingereichten Arbeiten die Bedeutung musikwissenschaftlicher Forschung für die musikalische Praxis.

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