Franckes Stiftungen im Sommer

19. Juli 2016 | Kultur, Nachrichten | Keine Kommentare
Die Franckeschen Stiftungen sommerlich und verlassen

Die Franckeschen Stiftungen sommerlich und verlassen

Die Schulstadt wirkt nicht nur verlassen, sie ist es auch. Schüler haben Sommerferien. Studenten sind in die vorlesungsfreie Zeit verschwunden. Da macht es nicht, wenn der Chef vom Ganzen, Direktor Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke zu einer 10-tägigen Indienreise verschwindet. Mit Indien hat Franckes Stiftung die allerbesten Beziehungen. Am Di., dem 19. Juli 2016, ist Direktor Müller-Bahlke zurückgekehrt, um die Ergebnisse seiner Reise vorzustellen. Denn er war nicht in den Ferien, sondern dienstlich unterwegs:

Von Halle nach Tranquebar

Im südindischen Tranquebar, auf dem Gelände der ersten nachhaltigen protestantischen Mission, die seit 1706 von August Hermann Francke in Halle betreut worden war, soll mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes ein Museum des interkulturellen Dialogs entstehen. Am 9. Juli, dem Landungstag der hallischen Missionare Bartholomäus Ziegenbalg und Heinrich Plütschau, beging der Stiftungsdirektor gemeinsam mit Vertretern der Tamil Evangelical Lutheran Church (TELC) feierlich den Beginn der Renovierung des für das Museum vorgesehenen Ziegenbalg-Wohnhauses. Während der10-tägigen Reise führte der Stiftungsdirektor Gespräche mit zahlreichen Kooperationspartnern der Franckeschen Stiftungen und besuchte Bildungseinrichtungen in der Region. So war im Vorfeld eine Zusammenarbeit mit dem TBML College in Porayar in den Blick genommen worden, um dort museumspädagogische Fachkräfte für das Museum ausbilden zu lassen. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland, das Evangelisch-Lutherische Missionswerk in Niedersachsen, die Tamil Evangelical Lutheran Church (TELC) und das Leipziger Missionswerk sind an dem Projekt beteiligt. Die Arbeiten vor Ort koordiniert Jasmin Eppert, die zur Francke-Feier 2016 für drei Jahre nach Südindien entsendet worden war.

Was bieten die Stiftungen im Sommer?

Im Sommer wird die Schulstadt August Hermann Franckes zu einer Oase mit schattigen Plätzen und lauschigen Bänken im Lindenhof und kleinen Parkanlagen. Im Pflanzgarten gedeihen liebevoll gehegte Beete, wo Kräuter und Gewächse bestimmt werden können. Mit überraschender Lektüre lockt die Freiluftbibliothek am Freisitz des Spielehauses an der „Großen Scheune“, denn hier befindet sich eine der offiziellen Bookcrossing-Zonen der internationalen Community. Das Spielehaus bietet zudem ein kleines feines Sortiment an Getränken an und natürlich kann man sich hier auch mit zahlreichen Brett- und Würfelspielen bis in den lauen Sommerabend hinein die Zeit vertreiben. Kinder bis 12 Jahre sind Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr zum „Kinderkunstsommer für Sparfüchse, Wertschöpfer und Traumtänzer“ ins Krokoseum eingeladen (Anmeldung erforderlich!). Wer die Sehenswürdigkeiten und Sonderausstellungen der Franckeschen Stiftungen besuchen möchte, dem bietet sich im Juli und August die Gelegenheit, mit einer Eintrittskarte gleich zwei Mal die Stiftungen zu erkunden.

Mit August Hermann um die Welt

Viele wichtige Orte hatte August Hermann Francke in seinem Leben gesehen. Geboren in Lübeck, verbrachte er seine Ausbildungsjahre in Gotha, Kiel und Leipzig und weilte anschließend in Lüneburg, Hamburg und Erfurt. 1691 kam er nach Halle und errichtete hier als Universitätsprofessor und Pfarrer sein Lebenswerk, die Franckeschen Stiftungen. Die kommenden 25 Jahre verließ er Halle nicht. Er entsendete Emissäre in alle Teile der Welt und unterhielt vielseitige diplomatische Beziehungen, um die in Halle umgesetzten Reformen weltweit wirksam werden zu lassen. Wir laden Sie in diesem Sommer ein, bei einem Besuch in den Franckeschen Stiftungen eine kleine Reise um die Welt zu unternehmen. Am 9. Juli, am Jahrestag der benannten Ankunft Ziegenbalgs und Plütschaus in Indien, starten wir eine Tour um die Welt in unseren Ausstellungen und Sammlungen. Sie können die Reise sowohl auf facebook als auch auf der Webseite www.francke-halle.de verfolgen.

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