Update: Anne-Frank-Ausstellung „Lasst mich ich selbst sein“ in der Latina in Halle

14. März 2017 | Kultur, Politik, Veranstaltungen | Keine Kommentare

vor der Eröffnung: Abgeordnete Petra Sitte (Bundestag) und Swen Knöchel (Landtag) ließen sich bei ihrem Besuch an der Latina durch die Ausstellung führen

Über das Schicksal des jüdischen Mädchens Anne Frank (1929-1945) wird ab 13. März eine Wanderausstellung des Anne-Frank-Zentrums im Landesgymnasium Latina in Halle informieren. Unter dem Leitwort „Lasst mich ich selbst sein“ vermitteln Fotos und andere Dokumente die Lebensgeschichte des Mädchens und seiner Familie, geben einen Einblick in die Zeitgeschichte und verbinden den Blick zurück mit der Gegenwart.

Die Wanderausstellung, die vom 13. März bis 9. April in Halle zu sehen ist, wendet sich direkt an Jugendliche, vor allem an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse. Interessierte Gruppen können sich bei  Maria Wagner (Friedenskreis Halle e.V.), Tel.: 0345/27 98 07 52 oder E-Mail: maria.wagner@friedenskreis-halle.de für eine Führung anmelden. Gruppenführungen sind möglich Montag bis Freitag 8.15 Uhr bis 14 Uhr. Außerdem ist ein Besuch der Ausstellung ohne Führung und ohne Voranmeldung möglich: jeweils montags und dienstags von 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 14 bis 15.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr.

Ein erster Blick in die Ausstellung. Foto: Paula Poppinga

In dieser Form wird die Ausstellung das erste Mal in Deutschland gezeigt. Besonders gut gefällt dem HalleSpektrum an der Ausstellung, dass Schüler (30 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Latina sowie der Saaleschule für (H)alle) sich dazu bereit erklärt haben, Schulklassen und andere Gruppen durch die Ausstellung zu führen. Vor der Eröffnung konnten sich die Bundestagsabgeordnete Petra Sitte und der Landtagsabgeordnete Swen Knöchel davon überzeugen, wie lebendig und authentisch eine „jugendliche“ Führung gestaltet werden kann. Denn mit der neu konzipierten Dokumentation sollen vor allem Jugendliche zur Auseinandersetzung mit dem bewegenden Schicksal der Anne Frank und den heutigen Formen von Diskriminierung angeregt werden. Der Ausstellungsstandort im Foyer einer Schulbibliothek mitten im Schulleben ist deswegen der richtig gewählte Standort.

Eröffnet wurde mit Musik

Eröffnet wurde die Ausstellung am 13. März 2017, um 14 Uhr im Foyer Schulbibliothek der Latina August Hermann Francke, Franckeplatz 1, Haus 42, 06110 Halle. Das Schülersprecherinnenteam der Latina, bestehend aus Henriette Nebe und Pauline Dörband, führte durch die Eröffnungsveranstaltung. Geredet haben für die Latina Dietmar Hoge, Schulleiter. Er betonte die Offenheit seines Gymnasiums. Die Latina geht gerne nach draußen und das nicht nur mit seinem Musikzweig, der die musikalische Umrahmung der Veranstaltung bestritt.

Dr. Judith Marquardt

Herr Dr. Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen, referierte darüber, was eine gute Schule ausmacht und war der Meinung, Durchführung von Ausstellungsprojekten wie diesen wären Kennzeichen einer guten Schule. Dr. Judith Marquardt, Dezernentin für Kultur und Sport der Stadt Halle, hatte Anne Franks Tagebuch bereits zu Schulzeiten in Australien gelesen und betonte, wie wichtig eine derartige Ausstellung gerade jetzt ist. Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) sagte: „Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, diese Wanderausstellung erstmals an einer Schule zeigen zu können.“ Maria Wagner vom Friedenskreis Halle bedankte sich bei allen Beteiligten, besonders bei Herrn Kirzeder, der die Ausstellung in die Schule holte, bei den Geldgebern und bei dem Schulbibliothekar der Latina, der vor Ort die Öffnungszeiten sicher stellt.

Vor der Eröffnung gab es viel zu bedenken: Herr Kirzeder (Latina) u. Frau Wagner (Friedenskreis Halle)

Ergänzend zur Ausstellung sind Aufführungen des Spielfilms „Das Tagebuch der Anne Frank“ am 30. März, 9 Uhr (für Schulklassen) und am 4. April um 18.30 Uhr im halleschen „Puschkino“ sowie eine thematische  Stadtführung für die Peer Guides zu Orten des Nationalsozialismus in der Saalestadt vorgesehen.

Parallel läuft am „Neuen Theater“ das Theaterstück „ANNE – nach dem Tagebuch der Anne Frank“ am 23. März ab 17 Uhr und am 24. März ab 10 Uhr (Termin speziell für Schulklassen). Im Anschluss gibt es jeweils ein Nachgespräch mit der Regisseurin Katharina Brankatsch. Das Theaterstück wird im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus gezeigt.

Hintergrund:

Foto: Paula Poppinga

Die Familie Frank war 1933 nach der Machtergreifung der Nazis aus Frankfurt am Main in die Niederlande emigriert. Ihr Versteck in einem Amsterdamer Hinterhaus, wo Anne Frank ab 1942 gemeinsam mit sieben weiteren Flüchtlingen lebte, wurde 1944 vermutlich verraten und seine Bewohner deportiert. Im März 1945 starb das Mädchen im Konzentrationslager Bergen-Belsen, wenige Tage vor dessen Befreiung.

Die Ausstellung „Lasst mich ich selbst sein“ ist eine Wanderausstellung des Anne-Frank-Hauses Amsterdam und des Anne-Frank-Zentrums, die Geschichte und Gegenwart verbindet. Sie zeigt in acht Teilen die Lebensgeschichte von Anne Frank und gibt Einblicke in die Zeit, in der sie gelebt hat. Am Beginn stehen die ersten Jahre in Frankfurt am Main, die Flucht ihrer Familie vor den Nationalsozialisten sowie ihr Leben in Amsterdam vor und während der Besatzungszeit. Zudem informiert die Ausstellung über die Zeit im Versteck, die letzten sieben Monate in den Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen sowie die Erinnerung an Anne Frank und ihr Tagebuch.

Dr. Thomas Müller-Bahlke: „Das macht eine gute Schule aus“

Organisiert worden ist die Wanderausstellung durch den Friedenskreis Halle e.V. und die Landeszentrale für politische Bildung, die das Projekt auch finanziell unterstützen. Weitere Förderer sind die Latina sowie die IG Metall.

Mehr Informationen über das Ausstellungsprojekt gibt es im Internet unter: www.annefrank.de

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