12.000 Euro für ein bislang unbekanntes Händel-Gemälde

4. März 2015 | Kultur | Keine Kommentare

Die Stiftung Händelhaus hat ein Gemälde ersteigert, das mit hoher Wahrscheinlichkeit den Komponisten Georg Friedrich Händel darstellt.
Händel
Oberbürgermeister Bernd Wiegand hob die Authentizität hervor, die das Bild zu etwas besonderem mache. Die Händelpflege sei auch Aufgabe der Stiftung. 12.000 Euro habe die Stadt ausgegeben. Bei 6.500 britischen Pfund hatte der Zuschlag gelegen. Hinzu kommen aber noch Transport und Versicherung. „Unser Limit lag bei 15.000 Euro“, sagt Christiane Barth, Kustodin im Händelhaus. Im November habe man von der Versteigerung bei Sothebys erfahren.

„Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich um ein Original“, meint Stiftungs-Direktor Clemens Birnbaum. Der Maler selbst ist noch unklar, laut Signatur handelt es sich um einen C. Klein oder G. Klein, das Bild selbst ist 1734 entstanden. Der Zustand selbst sei nicht der Beste, Farbe sei abgeplatzt. Bis April wird das Gemälde in einer Sonderausstellung in der Schatzkammer des Händelhauses gezeigt. Danach seien Untersuchungen mit Hilfe von Kunstmuseen vorgesehen.

Kustodin Christiane Barth hat bereits zur Geschichte recherchiert. So befand sich das Gemälde bis zur Versteigerung im Nachlass des Komponisten Georg Alfred Schumann, einem Preisträger der Händelplakette 1935 und Initiator des Bachmuseums Eisenach. Über die Erben sei man noch an ein Schreiben gekommen. Daraus geht hervor, dass Schumann das Bild vom Magdeburger Münzgraveur Hermann Held für 450 Reichsmark hat. Dieser hatte es für ein Porträt Bachs gehalten und deshalb Schumann angeboten. Held hatte das Gemälde 1888 auf einem Magdeburger Trödelmarkt entdeckt. „Die Provenienz zwischen dem Entstehungszeitpunkt im 18. Jahrhundert bis Ende des 19. Jahrhunderts ist allerdings ungeklärt und nach derzeitigem Stand kaum zu rekonstruieren“, führt Christiane Barth aus.

Die Stiftung Händelhaus besitzt nun fünf Gemälde sowie 95 Grafiken mit Bildnissen Händels.

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