Allee statt Hochstraße? Planungsausschuss und Stadtverwaltung dagegen

16. Oktober 2014 | Nachrichten | 1 Kommentar

In den nächsten Monaten stehen einige Instandhaltungs- und Baumaßnahmen an der Hochstraße zwischen Halle und Halle-Neustadt an. Weil die viel Geld kosten hatten die MitBürger den Vorschlag unterbreitet, doch auch Alternativen wie eine ebenerdige Allee zu prüfen. Doch im Planungsausschuss gab es dafür eine Abfuhr. Zwei Mitglieder votierten für den Antrag, sechs waren dagegen.
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Und auch die Stadtverwaltung sprach sich vehement gegen den Antrag aus. „Alternativen zu den planmäßigen Maßnahmen der laufenden Instandhaltung der Hochstraße bestehen nicht“, reagierte Baudezernent Uwe Stäglin auf den Antrag. „Die Hochstraße ist Bestandteil einer Bundesstraße und einzige direkte hochwassersichere Verbindung zwischen Halle-Neustadt und der Innenstadt. Die Stadt Halle ist Trägerin der Straßenbaulast und als solche verpflichtet, die Straße in einem den regelmäßigen verkehrlichen Anforderungen entsprechenden baulichen Zustand zu halten“, führt er weiter aus.

Laut Stäglin habe in den vergangenen Jahren der Verkehr auf der Hochstraße trotz des Einwohnerrückgangs zugenommen, so dass auch verkehrlich nicht auf die wichtige Verbindung verzichtet werden kann. Demnach wurden im vergangenen Jahr im Durchschnitt pro Tag 45.037 Fahrzeuge gezählt, im Jahr 2003 waren es 44.962 und 1991 sogar nur 37.348 Fahrzeuge.

Der Baudezernent verweist zudem auf den Verkehrsentwicklungsplan der Stadt, den eine Arbeitsgruppe verschiedener Verbände unter Mitwirkung der Fraktionen des Stadtrates erarbeitet habe. „Die Teilnehmenden waren sich einig darüber, dass ein Abriss der Hochstraße im Zeitrahmen bis 2025 nicht erfolgen kann“, so Stäglin. Und bis 2050 wäre nur dann ein Abriss denkbar, „wenn dies mit der Gesamtentwicklung der Stadt und den Anforderungen an das Straßennetz vereinbar erscheint“, meint Stäglin. „Erst wenn eine Ersatzlösung gleicher Funktion unter Verkehr wäre, könnte überhaupt an Einziehung und Rückbau der Hochstraße gedacht werden.“

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