300 Stellen in der Stadtverwaltung vor Streichung

25. Juni 2013 | Nachrichten | 1 Kommentar

In der halleschen Stadtverwaltung werden bis 2023 möglicherweise bis zu 300 Stellen gestrichen. Das sagte Sparberater Jens Rauschenbach gegenüber HalleSpektrum.de. Insgesamt würden in diesem Zeitraum 626 Stelleninhaber ausscheiden. Die Hälfte der Posten wird aller Voraussicht nach nicht neu besetzt.

In der Stadtverwaltung von Halle arbeiten 2.500 Menschen

Zuvor hatte es in der Beigeordnetenkonferenz heftige Kritik von Personalrats-Vertreterin Simona König gegeben. Die Personalvertretung sei nicht einbezogen, sagte sie. Dabei seien Analysen zum Ist-Stand des Personals offenbar schon geschehen, kritisierte sie. „Es schwirren Zahlen durch die Verwaltung, dass 217 Stellen von 2014 bi 2023 abgebaut werden“, sagte sie. Konkrete Zahlen und Grundlagen als Handlungsbasis würden aber fehlen.

„Ich bitte um Aufklärung, an welcher Stelle wir uns befinden“, sagte Simona König. Denn schon jetzt sei die Entwicklung des Krankenstands besorgniserregend, wegen der zunehmenden Arbeitsverdichtung steige diese an. Beispielhaft nannte sie die Feuerwehr, bei der 21 Posten unbesetzt sind. Auch Ordnungsamt, Grünflächenamt und der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) des Jugendamtes seien Sorgenkinder. Demnach wurden im Grünflächenamt über Jahre Stellen nicht neu besetzt, obwohl die Stadt für immer mehr Flächen zuständig ist.

Beschlüsse gebe es noch nicht, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand. „Derzeit wird untersucht, welche Aufgaben wir noch wahrnehmen. Anschließend werde eine Konzeption erarbeitet. „Die Fachkonzepte bestehen nicht mehr oder sind überholt. Darauf wird nicht mehr Bezug genommen“, sagte Wiegand. „Es geht um eine Reduzierung der Aufgaben, die Bündelung von Geschäftsprozessen und möglichen Wegfall von Aufgaben.“ Es gehe nicht um Kündigungen, sondern lediglich um Nichtwiederbesetzungen. Eine aktuelle Wiederbesetzungssperre gebe es nicht, so Wiegand, verwies aber trotzdem auf die vorläufige Haushaltsführung.

An Simona König gerichtet meinte Wiegand, sie solle an den wöchentlichen Sitzungen dazu in seinem Büro teilnehmen. „Wir haben uns ja schon seit Monaten nicht gesehen.“

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