Wie ein (Ex?-) Rechtsextremist eine Razzia erfindet

26. Juli 2015 | Blaulicht | 3 Kommentare

Eine Razzia am Riebeckplatz, und die Lokalmedien schweigen? Genau das erklärt Sven Liebich, früher führendes Mitglied der rechtsextremen Szene, unter anderem bei der zwischenzeitlich verbotenen Organisation “Blood & Honour” und dem “Nationalen Beobachter”, einer rechtsextremen Internetplattform. Heute will Sven Liebich, der nun als T-Shirt-Unternehmer arbeitet, mit der rechten Szene nichts mehr zu tun haben. Doch Hass gegen Ausländer schüren, gern auch mit erfundenen Geschichten, das macht er immer noch gern.

Sogleich versammeln sich auf seiner Seite all die Pegida-Anhänger, Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker. „Die wissen schon warum die darüber nicht berichten !“, meint einer. Eine Frau, die sich auf ihrer Facebook-Seite als Pegida- und Legida-Anhängerin ausgibt, ergänzt: „die Polizei wird angehalten solche Sachen nicht unbedingt öffentlich werden zu lassen! Aufwachen!“ Der nächste User erklärt mit Blick auf eine Reihe von Afrikanern, die das Geschehen beobachten: „Ach Die Fachkräfte Links Im Bild Haben Wohl Feierabend“.

Eine Razzia gab es nicht. Einen Vorfall gab es sehr wohl. Über diesen wird auch auf HalleSpektrum.de berichtet, was aber Liebich (mit Absicht?) übersieht und lieber behauptet, die „bösen“ und „gekauften“ Medien würden schweigen. Schließlich wäre sonst Liebichs schöne Ausländer-Hetze dahin. Deshalb behauptet er mal lieber, die Medien würden gar nichts berichten. Aber der Reihe nach: am Samstagabend stritten sich zwei Männer, einer davon ein Afrikaner aus dem Kongo. Der war mächtig betrunken und krabbelte unter einen Streifenwagen der alarmierten Polizei, wollte nicht wieder hervorkommen.

In den vergangenen Monaten fiel Liebich immer wieder durch störende Aktionen auf, so unter anderem bei einem Auftritt des SPD-Politikers Peer Steinbrück. Die Betreiber der Händelhalle erteilten ihm daraufhin ein Hausverbot. Bei einer SPD-Veranstaltung mit dem ukrainischen Botschafter soll er eine Frau angegriffen und leicht verletzt haben, was Liebich bestreitet. Anzeige und Gegenanzeige laufen. Bei einer Aktion der Jusos für gleiche Bezahlung spielte Liebich unmittelbar daneben den Titel: „wer hat uns verraten, Sozialdemokraten“ lautstark ab. Auch bei den Linken sorgte er für Wirbel, trat in Sachsen in die Partei ein. Er sei seinen satzungsmäßigen Pflichten nicht nachgekommen, meint die Partei dazu und vereint eine Mitgliedschaft Liebichs. Auch zur Montagsdemo ist Liebich aktiv. Zwischenzeitlich veranstaltete er hier vermeintliche „Gegendemos“, um Gegner der Montagsdemos ins Lächerliche zu ziehen. „Was in der Bild-Zeitung steht“ stimmt, rief er. „linkz jugent (solitar)“ stand auf seinem Plakat, „Gegendemo gegen alles, was die da drüben sagen.“ Und zum Rainbow-Flash, einer Aktion von Homosexuellen, stellte er sich provokant mit einem rosafarbenen Shirt auf „Ich mag Schwule. Mehr Girls für mich.“ Bei einer Demo gegen die Asylrechtsverschärfung tauchte Liebich ebenfalls provokant auf.

Print Friendly
3 Kommentare
  1. Profilbild von Elfriede
  2. Profilbild von nachtschwärmer
  3. Profilbild von nix idee

Kommentar schreiben