Internationaler Frauentag 2017

7. März 2017 | Kurznachrichten, Politik, Soziales | Keine Kommentare

Der DGB fordert anlässlich des Internationalen Frauentags gute Arbeit 4.0 für Frauen. Unter dem Stichwort Industrie 4.0 wird oft über Berufe im produzierenden Gewerbe diskutiert, nicht aber über frauendominierte Berufe. „Dabei wäre das dringend geboten, denn der digitale Wandel ist längst kein Branchenphänomen mehr. Heute sind nahezu alle Berufe von Digitalisierungsprozessen betroffen und ein Großteil der weiblichen Beschäftigten arbeitet mit digitalen Technologien. Wir müssen den digitalen Wandel nutzen, um Frauen neue Chancen zur Teilhabe am Arbeitsmarkt zu bieten.“ sagte Barbara Huth vom DGB.

„In der Pflege arbeiten Beschäftigte immer öfter mit neuen Hebe- und Trägersystemen, in der Gebäudereinigung werden Datenbrillen eingesetzt, und in der Verwaltung ist soft-waregesteuerte Produktions- oder Terminplanung längst an der Tagesordnung.“ erläutert die in der DGB Region Halle-Dessau für Frauenpolitik zuständige Gewerkschaftssekretärin. „Der Umgang mit digitalen Technologien gehört zum Arbeitsalltag von Frauen dazu. Und er erfordert neue Kenntnisse und Fähigkeiten auf Seiten der Beschäftigten. Damit sie den digitalen Wandel für sich nutzen und auf eine gute berufliche Perspektive bauen können, brauchen wir mehr und bessere Weiterbildungsangebote – auch und besonders für Frauen. Denn weil sie oft Teilzeit arbeiten oder weil eine Kinderbetreuung fehlt, nehmen Frauen heute seltener an Weiterbildungsprogrammen teil als ihre männlichen Kollegen. „Das muss sich ändern!“, fordert Huth.

Gleichzeitig bieten neue Formen des Arbeitens, wie Home-Office und mobiles Arbeiten, Beschäftigten die Chance, das Arbeitsleben besser an private Bedarfe anzupassen. Davon können insbesondere Beschäftigte mit Familien profitieren. „Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass die Grenzen zwischen Privatem und Berufsleben nicht weiter verwischen. Deshalb ist ein Recht auf Log off so wichtig. Gute Arbeit 4.0 heißt, dass die Beschäftigten mitentscheiden, wenn zum Beispiel die Betreuung von Kindern flexible Arbeitszeiten erfordert.“ sagte Barbara Huth.

Der DGB macht sich am Internationalen Frauentag stark für die eigenständige Existenzsicherung von Frauen. „Wir fordern gute Arbeit 4.0 für Frauen. Sie müssen auf sichere berufliche Perspektiven durch Qualifizierung und lebensbegleitendes Lernen bauen und ihre Arbeitszeiten mitbestimmen können

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